Spotify muss sich im Wettstreit der beliebtesten Streamingdienste geschlagen geben. In Deutschland landet der schwedische Audio-Anbieter nur auf dem zweiten Platz. YouTube macht das Rennen und ist hierzulande der Spitzenreiter. Das geht aus einer Umfrage der Werbeplattform All-Media-Desk hervor, die in dieser Woche veröffentlicht wurde. Dabei wurde aber nicht explizit zwischen dem Musikhören auf YouTube und YouTube Music unterschieden.
Die Werbeplattform hatte für die Umfrage Online Audio Test 2026 das Forschungsinstitut Forsa beauftragt, das über ein Online-Panel rund 9000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland nach ihren Nutzungsgewohnheiten befragte.
Demnach hören 35,7 Millionen Menschen jeden Monat Audioinhalte wie Songs, Musikmixe oder Podcasts auf YouTube. Spotify verwenden monatlich dagegen etwa 30,4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Der Abstand der beiden Marktführer zum dritten Platz ist gewaltig: Amazon Music erreicht mit 12,9 Millionen Usern nicht einmal die Hälfte an Hörerinnen und Hörern der jeweiligen Konkurrenten.
Den ersten Platz sicherte sich YouTube bereits bei einer Umfrage vor zwei Jahren. Doch Spotify holt auf und punktet bei der Entwicklung der Nutzerzahlen. In den vergangenen zwei Jahren ist die Anzahl der Spotify-User hierzulande um knapp vier Millionen gestiegen. YouTube Music hingegen hat Federn gelassen und verlor im gleichen Zeitraum rund eine Million Hörerinnen und Hörer.
Radio & Co. leiden unter Erfolg der Streamingdienste
Unter dem Erfolg der Audio-Streamingdienste leiden laut Umfrage primär klassische Medien wie das Radio. So ergibt die Umfrage, dass umgerechnet 13 Millionen Nutzer aller Streamingdienste in den jeweils zwei Wochen zuvor ausschließlich Online-Audio gehört haben. Mehr als 10 Millionen hatten im Monat zuvor kein Radio eingeschaltet. Vor zwei Jahren waren es noch 8,4 und 6,1 Millionen.
Spotify hat in den vergangenen Monaten allerdings immer wieder Nutzerinnen und Nutzer verärgert. Um seine Gewinne zu steigern, erhöhte der Streamingdienst unter anderem die Preise für die weltweit etwa 300 Millionen Abonnenten. Außerdem geht der Dienst rigide gegen Mitglieder des Familien-Abos vor, die nicht im selben Haushalt wohnen. Wer den QR-Code zur Verifizierung nicht scannt, der fliegt raus aus dem Account – und darf ein Jahr lang keinem anderen Familien- oder Duo-Abo beitreten. Zudem führten eine Flut von KI-Songs und schlechte Bezahlung der Musiker dazu, dass sich einige User für einen Umstieg entschieden.
Auch YouTube Music kämpft um zahlende Nutzerinnen und Nutzer. Um Hörerinnen und Hörer von einem kostenpflichtigen Abo zu überzeugen, hatte YouTube zu Beginn des Jahres damit begonnen, Songtexte in der Gratis-Version zu verstecken. Songtexte konnten daraufhin nur noch zahlende Kundinnen und Kunden in der App mitlesen.
(mho)
Source: Heise · Jörg Breithut
At a glance
- Topic
- Technology
- Country
- 🇩🇪 DE
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira