OpenAI gibt zwei Tage nach den Zwischenwahlen in den USA Regeln bekannt, nach denen es seine Rechenzentren gestalten will. Man solle diese sogar in Gesetze gießen, fordert der Konzern. Dass dieses Statement just kurz nach der Wahl veröffentlicht wurde, in der die Amerikaner für die deutlich rechenzentrums-kritischeren Demokraten gestimmt haben, habe aber nichts zu bedeuten, so Chris Lehane, Leiter für globale Angelegenheiten bei OpenAI. Man hätte schon seit Monaten an dem Statement gearbeitet.

Konkret kündigt OpenAI an, dass man sogenannte „nondisclosure agreements“, Schweigevereinbarungen, vermeiden wolle, wenn man Rechenzentrumsverträge aushandle. Außerdem sollten die Anwohner nicht für den Strom zahlen müssen, den man im Rechenzentrum verbrauche. Während Peak-Stromverbrauchszeiten der Anwohner wolle man den eigenen Verbrauch auch herunterfahren und Energie zurück ins Netz senden. Darüber hinaus verspricht die Firma, Daten darüber bereitzustellen, wie das Rechenzentrum die Umgebung unter anderem in Hinblick auf Strom, Lärmpegel und Wasser belastet. Und soweit vorhanden, wolle man Ziele formulieren, wie viele Anwohner man als Mitarbeiter im Rechenzentrum einstellen will.

Diese Maßnahmen wären im Gespräch mit Anwohnern und Politikern entstanden und in Teilen auch bei Rechenzentrumsprojekten wie dem in Georgia schon angekündigt worden, so Lehane. „Wenn man sich in einer Gemeinde engagiert und dort etwas aufbauen will, muss man dies gemeinsam mit der Gemeinde tun und deren Meinung einholen“, erklärte er. „Und die Tatsache, dass sich die Menschen an der Wahlurne so geäußert haben, wie sie es getan haben, ist eine wichtige Botschaft, auf die man hören, reagieren und eingehen muss. So soll Demokratie funktionieren.“

Wenn man bedenkt, wie sehr die KI-Unternehmen bisher gemeinsam mit Trump versucht haben, ihre Baupläne durchzudrücken, sind das interessante Worte.

Die Zwischenwahl war ein Rückschlag für Rechenzentren in den USA

Der Widerstand in den USA gegen Rechenzentren war in den vergangenen Monaten bereits immer weiter angewachsen. Zahlreiche Bauvorhaben verzögern sich wegen lokaler Proteste bereits – laut einer Auswertung von RegLayer waren 2026 allein 47 große Projekte verzögert, gestrichen oder blockiert. Nach den Zwischenwahlen haben einige Rechenzentrums-Betreiber auch an der Börse verloren. Laut Reuters fielen die Aktien von Applied Digital und CoreWeave um 8,8 Prozent beziehungsweise 9,5 Prozent. Cipher Digitals Aktien fielen sogar um 21 Prozent.

(rie)

Source: Heise · Carolin Riethmüller

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