Mehrere Unternehmen wollen Microsoft das französische Entwicklerstudio Arkane abkaufen. Darunter ist auch Ubisoft, berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen.
Neben Ubisoft sollen mindestens zwei weitere Spielefirmen Angebote für die „Dishonored“-Entwickler abgegeben haben, schreibt der gut vernetzte Bloomberg-Reporter Jason Schreier. Xbox habe zudem einen Verkauf an das Management des Studios erwogen – dadurch könnte Arkane unabhängig werden.
Wie viel die Interessenten bieten, ist nicht bekannt. Eine Einigung mit einem Käufer gibt es laut Schreier noch nicht. Ein Xbox-Sprecher sagte lediglich, man prüfe Optionen vor einer Frist im Dezember. Von Ubisoft gab es zunächst keine Stellungnahme.
Mit einem Verkauf könnte Arkane die Arbeit an „Marvel’s Blade“ abschließen. Das Actionspiel um den Vampirjäger aus den Marvel-Comics wurde 2023 angekündigt und soll laut Bloomberg in den nächsten ein bis zwei Jahren erscheinen.
Alte Bekannte
Ubisoft und Arkane haben bereits zusammengearbeitet: Das 1999 in Lyon gegründete Studio hat 2006 das Action-Rollenspiel „Dark Messiah of Might and Magic“ für den französischen Publisher entwickelt. Ubisoft hält bis heute die Rechte an der Marke „Might and Magic“. Mit Zustimmung von Ubisoft entsteht derzeit auch eine Community Edition von „Dark Messiah“ mit Koop-Modus und Linux-Support. „Dark Messiah“ war nach dem Rollenspiel „Arx Fatalis“ von 2002 erst das zweite Spiel von Arkane.
2010 kaufte ZeniMax Media, das Mutterunternehmen von Bethesda, das Studio. Unter Bethesda entstanden die Stealth-Spiele „Dishonored“ (2012) und „Dishonored 2“ (2016) sowie der Zeitschleifen-Shooter „Deathloop“ (2021). Der Ableger Arkane Austin entwickelte den Science-Fiction-Shooter „Prey“ (2017). Zudem half Arkane dem Schwesterstudio MachineGames bei „Wolfenstein: Youngblood“.
Mit der Übernahme von ZeniMax für 7,5 Milliarden US-Dollar kam Arkane 2021 zu Microsoft. Arkane Austin veröffentlichte 2023 den Koop-Shooter „Redfall“, der zum Flop wurde. Im Mai 2024 schloss Microsoft das Studio in Texas.
Im Juli hatte Xbox-Chefin Asha Sharma den Abbau von 3200 Stellen und den Abschied von mehreren Studios angekündigt. Zu Arkane schrieb Sharma in ihrem Memo an die Belegschaft, das Management prüfe strategische Optionen.
(dahe)
Source: Heise · Daniel Herbig
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