1. AMD verdoppelt Gewinne dank Server-Geschäften, aber Gaming-Business leidet

Neben Nvidia gehört auch AMD zu den größten Nutznießern des KI-Booms. Das zeigt sich erneut an den Geschäftszahlen des dritten Quartals. In dieser Zeit hat der Chiphersteller den Umsatz im Jahresabstand deutlich gesteigert und die Gewinne etwa verdoppelt. Das hat das Unternehmen der Nachfrage nach Server-Produkten zu verdanken, diese Abteilung hat den Umsatz nahezu verzweifacht. Zwar gehen die Geschäfte mit Gaming-Produkten zurück, aber da AMD-Chefin Lisa Su verspricht, zukünftig ausreichend KI-Chips liefern zu können, macht der Aktienkurs einen kleinen Sprung.

Im Ende September abgeschlossenen dritten Quartal verzeichnete AMD einen Umsatz von 13,38 Milliarden US-Dollar. Das sind 45 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als AMDs Rekordumsatz und Gewinnanstieg die Erwartungen übertraf. Sogar die eigene Prognose aus dem letzten Vierteljahr wurde überboten, denn AMD hatte nach guter Zahlen im zweiten Quartal mit 13 Milliarden Dollar gerechnet. Marktbeobachter waren von 13,09 Milliarden Dollar ausgegangen, sodass AMD auch diese übertrumpft.

Gewinn-Explosion dank Server-Business und KI-Nachfrage

Die Gewinne sind gleichzeitig regelrecht explodiert. Der Betriebsgewinn ist gegenüber dem Vorjahr um 123 Prozent auf 2,83 Milliarden Dollar gestiegen, hat sich also mehr als verdoppelt. Der Nettogewinn hat dies nicht ganz geschafft. Dieser zog im Jahresvergleich um 95 Prozent an und landete bei 2,43 Milliarden Dollar. Die Betriebsmarge hat sich dabei von 14 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres auf zuletzt 21 Prozent erhöht.

Das liegt weiterhin an der hohen Nachfrage nach Epyc-Server-Prozessoren und Instinct-KI-Beschleunigern, wie Lisa Su laut AMD-Mitteilung erklärt. Durch die steigende Nutzung von KI-Agenten werden auch mehr CPU-Kapazitäten benötigt, denn diese erfordern leistungsfähige virtuelle Maschinen innerhalb der Rechenzentren. Für KI-Training und -Inferenz sind dagegen GPUs als KI-Beschleuniger gefragt. Damit wird das Rechenzentrum-Segment bei AMD zum dominierenden Umsatztreiber. Letztes Jahr lag der Anteil der Data-Center-Sparte am Gesamtumsatz noch bei 47 Prozent, ist zuletzt aber auf 64 Prozent gestiegen.

Gaming-Business implodiert, aber Mobil-CPUs gefragt

Die Geschäfte mit Client- und Gaming-Produkten gehen gleichzeitig weiter zurück. In diesem Bereich ist der Umsatz im Jahresabstand um 8 Prozent gefallen. Das liegt an der Gaming-Sparte mit Grafikkarten und Chips für Spielkonsolen, deren Umsatz um 40 Prozent nachgegeben hat. Das hat das dank höherer Verkäufe von Ryzen-Mobilprozessoren um 7 Prozent gewachsene Client-Geschäft vermiest.

Ergebnisse von AMDs Geschäftsbereichen im dritten Quartal 2026

Ergebnisse von AMDs Geschäftsbereichen im dritten Quartal 2026

(Bild: AMD)

Der Fokus liegt deshalb verstärkt auf dem Server-Geschäft, doch hier gibt es Zweifel an weiterem Wachstum, sollte die höhere Nachfrage nicht bedient werden können. Das soll bei AMD aber nicht passieren. „Wir haben entlang unserer gesamten Lieferkette daran gearbeitet, Wafer, Substrate, fortschrittliche Gehäusetechnologien (Advanced Packaging), Speicherbausteine sowie weitere Schlüsselkomponenten zu sichern, die für ein deutlich stärkeres Wachstum im kommenden Jahr erforderlich sind“, erklärte AMD-Chefin Lisa Su laut CNBC im Gespräch mit Analysten.

Positiver Ausblick hilft Aktienkurs

Deshalb fällt auch der Ausblick auf das laufende Quartal positiv aus. AMD erwartet einen Umsatz in Höhe von etwa 17 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von rund 66 Prozent gegenüber Ende 2025 bedeutet, als AMD mehrere Rekorde meldete. „Unser Ausblick für das vierte Quartal spiegelt ein sich beschleunigendes Umsatz- und Ergebniswachstum wider, angetrieben von einer starken Nachfrage in unserem gesamten Portfolio für Rechenzentren“, sagt AMD-Finanzchefin Jean Hu. Da auch Marktbeobachter mit 16,2 Milliarden Umsatzprognose gerechnet hatten, zog die AMD-Aktie im nachbörslichen Handel etwas an. Nachdem der Kurs zunächst um fast 8 Prozent gestiegen ist, waren es zuletzt noch knapp 5 Prozent.

(fds)

Source: Heise · Frank Schräer

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Gaming
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