In Berlin hat die Linke die Wahl gewonnen, in Sachsen-Anhalt die AfD. Beides hält Annegret Kramp-Karrenbauer für äußerst gefährlich. Jüdinnen und Juden stellten sich die Frage, ob Deutschland wirklich ihre Heimat sei.

01.11.2026, 07.52 Uhr

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

Foto: Frank Hoermann / Sven Simon / SvenSimon / picture alliance

Die frühere CDU-Vorsitzende und Ex-Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat eindringlich vor einer Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt und der Linkspartei in Berlin gewarnt. »Diese Regierungen würden das Leben vieler Menschen massiv verändern«, sagte die sie dem »Kölner Stadt-Anzeiger« .

»Für Jüdinnen und Juden stellt sich die Frage, ob sie hier noch sicher leben können, ob Deutschland wirklich ihre Heimat ist«, so Kramp-Karrenbauer. Polizeibeamte könnten nicht mehr sicher sein, ob sie bei Einsätzen gegen radikale Kräfte die Rückendeckung ihres Arbeitgebers hätten. »V-Leute des Verfassungsschutzes fürchten um ihre Sicherheit«, fügte sie hinzu. »Beamte, die auf das Grundgesetz eingeschworen sind, geraten möglicherweise in einen tiefen Loyalitätskonflikt.«

In Sachsen-Anhalt ist die AfD bei der Landtagswahl im September stärkste Kraft geworden. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich im Dezember als Ministerpräsident zur Wahl stellen, obwohl die AfD keine eigene Mehrheit hat. Kramp-Karrenbauer warnte die Landtagsabgeordneten in Sachsen-Anhalt eindringlich davor, bei der Wahl des Ministerpräsidenten für Siegmund zu stimmen. »Die Entscheidung der CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt, bei der Wahl des Ministerpräsidenten den Saal zu verlassen, halte ich für konsequent«, sagte sie.

In Berlin hat die Linke die Abgeordnetenhauswahl gewonnen, sie will am Montag Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD aufnehmen. Der rechte politische Rand sei vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte besonders zu betrachten, sagte Kramp-Karrenbauer. »Den Antisemitismus und die sozialistischen Gesellschaftsvorstellungen der Berliner Linkspartei halte ich aber ebenso für gefährlich. Das ist mit unserer politischen und wirtschaftlichen Ordnung nicht vereinbar.«

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Kramp-Karrenbauer ist neben einigen anderen im Gespräch als mögliche nächste Bundespräsidentin. Am 30. Januar entscheidet die Bundesversammlung über den Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier (SPD). Der CSU-Vorsitzende Markus Söder macht sich seit Monaten für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner stark. In der CDU werden unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien und Kramp-Karrenbauer gehandelt.

czl/dpa

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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