Noch ist unklar, wen die einzelnen Parteien für das Amt der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten vorschlagen wollen. Was hingegen bereits verhandelt wird: Wer wählen darf. So will die CDU in Schleswig-Holstein nun die frühere Kanzlerin Angela Merkel zur Bundesversammlung im kommenden Jahr entsenden. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Merkel war 2022 noch von Mecklenburg-Vorpommern ins Rennen geschickt worden. Nun übernimmt das Nachbarland: »Nach dem Ausscheiden der CDU-Fraktion aus dem Schweriner Landtag haben wir als Nachbarn die Benennung von Frau Merkel daher gerne und aus voller Überzeugung übernommen«, hatte Schleswig-Holsteins CDU-Fraktionschef Tobias Koch nun die Entscheidung begründet.

Werben für eine Frau in Bellevue

Über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am 30. Januar 2027 entschieden. Die Bundesländer benennen zurzeit ihre Wahlleute für die Bundesversammlung, auch wenn die schwarz-rote Koalition in Berlin sich noch nicht auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten festgelegt hat.

Die Altkanzlerin hatte zuletzt für eine Frau als Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geworben. »Es gibt 77 Jahre Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, und es gab noch nie eine Frau als Bundespräsidentin«, beklagte Merkel in einem Interview bei MagentaTV. Da müsse sich jeder fragen, »ob es jetzt nicht mal an der Zeit wäre«, sagte die CDU-Politikerin in der Talksendung »Bestbesetzung« mit Johannes B. Kerner.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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