Nach seinem letzten Wettkampf blickt Stan Wawrinka noch einmal auf seine Karriere zurück.
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Mit der Niederlage gegen Jiri Lehecka nahm Stan Wawrinkas Karriere ein Ende. Er habe jeden Aspekt seines Lebens als Tennisprofi geschätzt, meinte er danach. Die Frage, was er in Zukunft nicht vermissen werde, lässt den dreifachen Grand-Slam-Champion einen Moment ratlos.
Mit dem Alter sei das viele Reisen zwar etwas mühsam geworden. «Es gibt für mich aber nichts Negatives an diesem Leben, ich habe alles geliebt», schwärmt Wawrinka. «Egal, ob es die Schwierigkeiten sind, die Opfer, die man erbringen muss. Ich habe mir immer gesagt, egal, was kommt, das ist einfach top. Ein riesiges Glück.»
Mehr als das Maximum ausgereizt
Das gilt auch für dieses letzte Jahr, in dem er nicht mehr viele Matches gewonnen hat, wie auch bereits davor nach seinen Operationen an Knie und Fuss. Doch Wawrinka wollte auf dem Platz abtreten und blieb bis zuletzt ein Wettkämpfer, der immer alles in die Waagschale geworfen hat.
«Ich habe bis zuletzt sehr hart gearbeitet, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ich habe meine Karriere um etwa zehn Jahre verlängern können, mehr, als ich mir je hätte träumen lassen. Ich habe meine Limiten mehr als bis zum Maximum ausgereizt, die Zitrone bis zum letzten Tropfen ausgepresst», ist er sich sicher.
Der Davis Cup als Traum
Wawrinka blickte auch noch einmal zurück auf die Höhepunkte seiner Karriere. Er muss lange überlegen, um sich auf die schönste Erinnerung festzulegen. «Da gibt es so viel, ich hatte so viel Glück.» Am Ende landet er beim Davis Cup. «Diese Emotionen zuhause, bei Auswärtsspielen, epische Duelle über fünf Sätze, das hat mich immer träumen lassen.»
Weniger lang muss er überlegen, welche Matches er am meisten bedauert. «Das sind zwei: Zum einen der Viertelfinal in Wimbledon gegen Gasquet.» Wawrinka verlor 2015 gegen den Franzosen 9:11 im fünften Satz. «Es war ein sehr guter Match von beiden. Aber ich habe halt in Wimbledon nie einen Halbfinal erreicht, da wäre das sehr speziell gewesen.» Als zweiten Match nennt er den verlorenen Halbfinal beim Masters 2014 gegen Roger Federer. «Da hatte ich einen Matchball und versuche Aufschlag-Volley zu spielen, doch es funktionierte nicht.» Eine Woche später gewannen die beiden in Lille gemeinsam den Davis Cup.
Keine Angst vor einem Loch
Angst, mit dem Ende seiner langen Karriere in ein Loch zu fallen, hat Wawrinka keine. «Kein bisschen», versichert er. «Als Wettkämpfer lebt man ja von den grossen Matches, den Siegen, und davon hatte ich in den letzten Jahren nicht mehr so viele. Das macht den Übergang einfacher.»
Er habe schon immer viele Interessen gehabt. «Während meines ganzen Lebens, meiner ganzen Karriere, bin ich immer ein sehr neugieriger Mensch gewesen», erzählt der 41-Jährige aus dem kleinen Dorf St-Barthélemy in der Nähe von Lausanne.
Er freue sich auch darauf, nicht mehr ständig überlegen zu müssen, ob dieses Fondue jetzt gut sei oder ob er es am nächsten Tag bereuen würde. Dinge zu tun, die er wegen dem Tennis nicht machen konnte. «Ich freue mich, mehr Zeit mit meiner Tochter (sie ist 16 Jahre alt) zu verbringen. Ich möchte gerne mit ihr Ski fahren gehen, wenn sie mich mitnimmt.» Nein, er mache sich keine Sorgen. «Ich liebe das Leben», sagt Wawrinka und strahlt.
SRF zwei, sportlive, 27.10.2026, 18:00 Uhr ; sda/dab
Source: SRF · 28.10.2026, 11:56
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