Windeln füllen einen von zehn Abfallsäcken. Dänemark will nun gebrauchte Windeln wiederverwerten. Keine leichte Aufgabe.

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Was hat Kopenhagen vor? Am Montag hat die Hauptstadt Dänemarks begonnen, separate Abfalleimer rund um Mehrfamilienhäuser und Kitas aufzustellen. Dort können Eltern und Betreuer gebrauchte Windeln gesondert entsorgen. Später sollen diese recycelt werden, statt wie bisher verbrannt. Ab Februar sollen die separaten Abfalleimer auch bei Altersheimen installiert werden. Die Behörden Kopenhagens hoffen rund 90 Prozent der Materialen, aus denen die Windeln bestehen, wiederzuverwerten. In den nächsten zwei Jahren sollen so 5000 Tonnen Abfall eingespart werden.

Legende: Eine Million Windeln verbraucht die Schweiz am Tag. KEYSTONE/Alessandro Della Bella

Wie gross ist das Problem mit dem Abfall? Die Menge: Wegwerfwindeln machen zehn Prozent des Haushaltsabfalls aus. Pro Tag werden in der Schweiz eine Million Windeln weggeworfen. «Wenn man alle diese Windeln aneinanderreihen würde, dann wäre das eine Strecke von Zürich bis nach Mailand», sagt Pascal Lago. Der SRF-Wirtschaftsredaktor hat bereits zum Thema Windeln recherchiert und darüber berichtet. Die Menge an Abfall entstehe auch, weil ein Kleinkind im Schnitt 5000 Windeln verbrauche, bevor es lerne, aufs WC zu gehen.

95 Prozent aller Windeln in der Schweiz sind Wegwerfwindeln. Stoffwindeln machen 3 Prozent aus, und es gibt noch andere Nischen, wie kompostierbare Windeln.

Ein Kind braucht durchschnittlich 5000 Windeln, bis es selber aufs WC kann. Das entspricht einer Tonne Abfall. Pro Kind geben Eltern 3500 Franken für Windeln aus.

Welche Materialien können aus Windeln gewonnen werden? «Eine Windel ist ein Verbund aus Kunststoff und Zellstoff», sagt Anne Zeck. Die Chemikerin am Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut der Universität Tübingen hat selbst nachgeforscht, wie Windeln recycelt werden könnten. Aus dem Kunststoff könnten letztlich Rohöl und Plastik gewonnen werden, aus dem Zellstoff eine Zuckerlösung oder sogar Biogas.

Wie ist die Recycling-Situation in der Schweiz? Rein technisch betrachtet, sei Recycling hierzulande möglich, sagt SRF-Redaktor Pascal Lago. Bisher gibt es aber keine Recyclinganlage für Windeln. Die Wiederverwertung der Windeln ist mit einem enormen Aufwand verbunden, weil diese aus vielen verschiedenen Stoffen bestehen. Sie zu trennen, zu transportieren, zu lagern und von den Fäkalien zu säubern, braucht sehr viel Energie und Infrastruktur. Laut Pascal Lago lässt sich deshalb auch die Ökobilanz schwer berechnen. Auch wirtschaftlich scheint es sich nicht zu lohnen. Das zeigt der Blick ins Ausland.

Legende: Windel-Recycling ist in Italien bislang nur ein Pilotprojekt. REUTERS/Massimo Pinca

Was machen andere Länder? 2011 eröffnete das Unternehmen Knowaste in Grossbritannien eine Recyclinganlage für Windeln. Zwei Jahre später wurde sie aber wieder geschlossen. Offiziell, weil der Standort den zukünftigen Anforderungen des Unternehmens nicht mehr entsprach. Das Unternehmen hat bis heute aber keine neue Anlage eröffnet. Auch in Italien wurde eine Demonstrationsanlage gebaut, in der Windeln recycelt werden. Grundsätzlich sind solche Projekte laut Pascal Lago aber noch nicht über die Pilotphase hinausgekommen.

SRF 4 News, 21.10.2026, 16:xx Uhr; ;  dugj;noes

Source: SRF · 21.10.2026, 16:38

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