Podcast «NZZ Machtspiel»

Was kostet uns das Asylsystem, Björn Harms?

Fast 400 Milliarden Euro soll die deutsche Asylpolitik in den vergangenen zehn Jahren gekostet haben. Doch wohin fliessen die Milliarden der Steuerzahler, und wer verdient an diesem System, das längst zu einem eigenen Wirtschaftszweig geworden ist?

05.11.2026, 05.00 Uhr


Was kostet uns das Asylsystem, Björn Harms?

Beatrice Achterberg und Björn Harms

5.11.2026

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In dieser Podcast-Episode:

Was kostet die deutsche Asylpolitik wirklich? Der Journalist Björn Harms hat für sein Buch «Der Asylkomplex» Haushaltsberichte durchforstet, Behörden befragt und Sozialleistungsbescheide ausgewertet. Seine Rechnung: Rund 400 Milliarden Euro hat der deutsche Staat seit 2016 für die Asylpolitik ausgegeben. Dazu gehören langfristige Mietverträge über dreistellige Millionenbeträge, hohe Gebühren für Flüchtlingsunterkünfte und enge Verflechtungen zwischen Politik und Sozialwirtschaft. Harms beschreibt ein System aus staatlichen Einrichtungen, privaten Unternehmen und Wohlfahrtsverbänden, die wirtschaftlich von der Asylmigration profitieren. «Da hat sich eine ganze Industrie gebildet, die davon abhängig ist, dass dieser Zuzug praktisch nie versiegt», so der Journalist. «Wenn man bedenkt, wie viele Berufsgruppen mittlerweile in Deutschland von der Einwanderung abhängig sind», habe das aus seiner Sicht inzwischen weitreichende Folgen.

Befürworter von Migration argumentieren, Deutschland brauche Arbeitskräfte – aber Harms hält dagegen: «Die Asylmigration ist gerechnet auf das ganze Leben ein Negativgeschäft.» Man könne aus humanistischen Gründen diese Menschen aufnehmen, «aber man muss dann aufhören, die Leute anzulügen und zu sagen: Diese Leute werden irgendwie unsere Rente finanzieren.» Das Geld fehle jetzt schon an anderer Stelle, kritisiert Harms: Während Milliarden in die Asylpolitik flössen, habe sich der Investitionsrückstand bei Schulen, Strassen und anderer Infrastruktur seit 2015 auf rund 230 Milliarden Euro erhöht. Das Fehlen von Mitspracherechten bei der Errichtung von Grossunterkünften in Städten und Kommunen sorgt laut seinen Recherchen zudem für wachsenden Unmut in der Bevölkerung: «Niemand ist froh darüber, wenn er in der direkten Nachbarschaft eine Asylunterkunft für 1000 Personen hingesetzt bekommt.»

Im Podcast «Machtspiel» spricht die NZZ-Redaktorin Beatrice Achterberg mit Björn Harms über die Kosten der Asylpolitik, ihre Profiteure und die Frage, ob sich das System überhaupt noch reformieren lässt.

Alle Episoden von «NZZ Machtspiel» finden Sie in dieser Übersicht.

Foto Björn Harms: Luka Ljubicic

Source: Neue Zürcher Zeitung · Hanna Ender

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