Olympia für die Jugend: Es geht nicht nur um Sport, es geht auch um Kulturvermittlung, dieses Jahr in Dakar.

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Die Olympischen Spiele für die Jugend sind nicht nur Sportwettbewerbe. Sie sind auch dafür gedacht, kulturellen Austausch und kulturelle Offenheit zu fördern. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist Schwingen, der traditionelle Schweizer Kampfsport. Zwar ist Schwingen keine olympische Sportart, aber in Senegal gibt es etwas Ähnliches: ein senegalesisches Ringen. Um die Ähnlichkeit der beiden Sportarten zu verdeutlichen, wurde in einer Banlieue von Dakar eine Schwing-Veranstaltung organisiert.

Das senegalesische Schwingen heisst Laamb und wird mit einem um die Taille gebundenen Lendentuch durchgeführt. Dazu kommen oft Grisgris und Amulette. Unter Grisgris versteht man Talismane, die vor schlechten Energien schützen und Glück bringen sollen. Dieses Laamb haben drei junge Schweizer Schwinger mit senegalesischen Kollegen in Dakar ausprobiert, jeweils eine Runde mit schweizerischen Regeln, dann eine Runde mit senegalesischen Regeln.

Tanzen vor dem Schwingen

Vor dem Kampf verstreuten die senegalesischen Ringer Salz und gossen ein paar Tropfen Wasser über ihren Körper. Dies sind gewissermassen Schutzpraktiken, denen sich die senegalesischen Ringer unterziehen. Eingeleitet wurde der Kampf zudem mit einem kraftvollen Tanz, an dem auch die jungen Schweizer teilgenommen haben.

Die Olympischen Jugendspiele finden heuer vom 31. Oktober bis am 13. November in Dakar statt. Es ist eine Elite-Sportveranstaltung für junge Menschen aus der ganzen Welt. Die YOG (Abkürzung für: Youth Olympic Games) beinhalten neben dem Sport auch pädagogische Aktivitäten mit drei Schwerpunkten: «Schutz der Athleten, Arbeit an der Leistung und Unterstützung der Athleten abseits des Sports», wie YOG auf der Homepage schreibt.

Die Olympischen Jugendspiele sind das erste olympische Ereignis, das auf afrikanischem Boden stattfindet.

An den Olympischen Jugendspielen haben junge Vertreterinnen und Vertreter aus fast allen Ländern teilgenommen, wie Patricia Danzi vom Deza sagte.

Einer der senegalesischen Ringer, Moussa Dioum, sagte nach dem Event: «Wenn wir nach unserer Kultur gerungen haben, haben wir sie alle besiegt. Aber wenn sie mit ihrer eigenen Kultur kommen, beherrschen sie sie besser.»

Der Schweizer Schwinger Mattieu Burger wurde von seinem senegalesischen Kontrahenten im Laamb-Durchgang besiegt: «Er macht das die ganze Zeit, ich zum ersten Mal», sagte Burger nach dem Kampf, und: «Er war stärker.» Aber es sei ein schöner Kampf gewesen, «respektvoll geführt». Für Burger ist der Unterschied zwischen den beiden Sportarten, dass man beim Schwingen den Gegner ständig festhält, während man ihn in Senegal kaum greifen kann, weil der Abstand grösser ist.

Legende: Die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees, Kirsty Coventry, unterhält sich vor der Eröffnungszeremonie mit dem Präsidenten von Senegal, Bassirou Diomaye Faye. Keystone/Joel Marklund/OIS/IOC

Eine grosse Ungleichheit zeigt sich im Teilnehmerfeld: In Senegal ringen nur Knaben oder junge Männer. In der Schweiz gibt es auch Mädchen und Frauen, die schwingen.

«Ringen ist unser Sport»

Die Veranstaltung wurde von der Schweizer Botschaft und Émile François Gomis initiiert, einem Star des senegalesischen Schwingens. Er sieht nach den Kämpfen sein Ziel erreicht: «Wir wollten die senegalesische Kultur zeigen, unseren Stolz. Ringen ist unser Sport.»

Für Patricia Danzi – Botschafterin und Direktorin der Deza – die die Schweiz offiziell an den Olympischen Jugendspielen vertritt, zeigt ein Event wie dieser, worum es bei den Jugendspielen geht: «Diese Sportarten bringen alle zusammen. Vor allem in der Zeit, in der wir jetzt leben, ist das sehr wichtig.» Für viele junge Menschen sei es das erste Mal in ihrem Leben überhaupt, dass sie ihren Sport zusammen mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen ausüben könnten, sagt sie.

Die Jugendspiele seien im Gegensatz zu den Olympischen Spielen für Erwachsene nicht stark kommerzialisiert. «Es geht hier auch um Zusammenarbeit und Inklusion. Auch darum wurde der Schwing-Anlass in einer Banlieue von Dakar durchgeführt.» Wie Danzi sagt, hat sich diese Veranstaltung zu einem gut besuchten Volksfest entwickelt. Dass dieser Event im Rahmen der ersten Olympischen Veranstaltung überhaupt auf afrikanischem Boden stattfand, passt gut zu der Idee dahinter.

SRF 4 News, 27.10.2026, 6:25 Uhr ;  srf/agentur/lin;stol;brus

Source: SRF · 03.11.2026, 20:59

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