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Commerzbank verzeichnet Rekordergebnis nach neun Monaten
Die neuesten Meldungen aus der Wirtschaft.
05.11.2026, 07.18 Uhr
5 Leseminuten
AktualisiertCommerzbank-Chefin Bettina Orlopp.
Kai Pfaffenbach / Reuters
Commerzbank verzeichnet Rekordergebnis nach neun Monaten
(dpa) Die Commerzbank bleibt auch nach dem dritten Quartal auf Kurs Richtung Rekordgewinn. 859 Millionen Euro unter dem Strich stehen für den Zeitraum Juli bis September 2026 in der Zwischenbilanz, wie Deutschlands zweitgrösste börsennotierte Bank am Donnerstag (5. 11.) mitteilte. Das waren gut 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
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«Die starke Geschäftsentwicklung belegt, welches Potenzial in der Commerzbank steckt», bilanzierte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. In den ersten neun Monaten steigerte der Dax-Konzern den Überschuss ebenfalls um mehr als 40 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Das ist das beste Ergebnis für diesen Zeitraum in der Konzerngeschichte. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand weiterhin einen Rekordgewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro an.
Doch wie geht es weiter mit der Commerzbank, nachdem sich die italienische Unicredit den Zugriff auf knapp die Hälfte der Anteile gesichert hat? Orlopp bekräftigte jüngst, beide Häuser sollten «gemeinschaftlich darüber nachdenken, wie der richtige Weg nach vorn aussieht». Die Unicredit, die in Deutschland schon mit der Hypovereinsbank (HVB) vertreten ist, sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen. Unicredit-Chef Andrea Orcel will zum Beispiel das Auslandsnetz der Commerzbank beschneiden.
Der Bund, der gut 13 Prozent der Anteile hält, fordert, dass die Commerzbank ein wichtiger Mittelstandsfinanzierer bleibt. Orcel warb um Vertrauen: «Wir bündeln die Stärken beider Banken nicht, um weniger für die deutschen Unternehmen zu leisten.» In den nächsten Wochen erwartet die Unicredit die weiteren Genehmigungen für ihren Plan, die Commerzbank zu schlucken.
Simon Tanner / NZZ
Energiepreise treiben die Inflation in der Eurozone weiter nach oben
(dpa) Getrieben von hohen Energiepreisen ist die Inflation in der Eurozone im Oktober auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 4,0 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Dies ist die höchste Inflationsrate seit September 2023. Ökonomen hatten den Anstieg so erwartet.
Im September hatte die Inflationsrate bei 3,8 Prozent und im August bei 3,2 Prozent gelegen. Die Teuerung steigt damit immer stärker über das von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Ziel von mittelfristig zwei Prozent, bei dem die EZB die Preisstabilität als gewährleistet ansieht.
An den Finanzmärkten wird daher fest mit einer dritten Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr gerechnet. Die Notenbank entscheidet wieder am 17. Dezember über den Leitzins. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins könnte dann auf 2,75 Prozent steigen. Nach jüngster Prognose der EZB müssen sich die Menschen im Euroraum bis mindestens 2027 auf eine erhöhte Inflation einstellen.
Klaas Knot will die Nachfolge von Christine Lagarde bei der Europäischen Zentralbank antreten.
Koen Van Weel / Imago
Nach Lagarde-Rücktritt: Niederlande nominieren Ex-Zentralbanker Knot als EZB-Chef
(dpa) Die Niederlande haben den früheren Chef ihrer nationalen Zentralbank, Klaas Knot, als Kandidat für das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) nominiert. Das teilte Finanzminister Eelco Heinen am Mittwoch (4. 11.) dem Parlament in Den Haag mit. Der Posten wird frei, da die aktuelle EZB-Chefin Christine Lagarde angekündigt hatte, im Februar vorzeitig zurückzutreten.
Der 59 Jahre alte Knot war von 2011 bis 2025 Präsident der niederländischen Zentralbank. Der promovierte Ökonom gilt als einer der Favoriten für die Nachfolge von Lagarde. Ebenfalls im Rennen ist der Spanier Pablo Hernández de Cos.
Die Euroländer müssen bis zu diesem Freitag ihre Kandidaten offiziell nominieren. In der kommenden Woche soll darüber beraten werden.
Nach Differenzen wegen Bonus: Rieter ernennt per sofort neuen CEO
lip. Der Schweizer Textilmaschinenhersteller Rieter hat überraschend Georg Stausberg als CEO eingesetzt. Das teilt das Unternehmen am Mittwoch (4. 11.) mit. Eigentlich sollte Daniel Lippuner per Anfang November die Nachfolge Thomas Oetterli antreten. Doch «aufgrund unüberbrückbarer Differenzen» trete dieser seine Stelle nicht an, schreibt Rieter. Grund ist ein Streit um zusätzliche Forderungen zu seiner Vergütung, insbesondere seines Bonus.
Nun übernimmt per sofort Georg Stausberg, bisheriger CEO der Firma Barmag, die im Februar von Rieter übernommen wurde. Stausberg ist seit der Übernahme auch Mitglied der Rieter-Konzernleitung. Er verfüge über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der internationalen Textilmaschinenindustrie, schreibt Rieter.
Der Winterthurer Traditionskonzern kämpft mit schwindenden Aufträgen und unternahm unter Oetterli, der auch das Präsidium im Verwaltungsrat innehatte, eine grosse Restrukturierung. Trotzdem musste er wegen der schwachen Nachfrage kürzlich seine Umsatzprognose nach unten korrigieren.
Gewinn von BMW schrumpft
(dpa) BMW macht immer weniger Gewinn und will stärker und schneller Jobs abbauen. Im dritten Quartal hat der Konzern nach Steuern 1,45 Milliarden Euro verdient, wie er mitteilt. Das waren knapp 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Zudem sind die Aussichten für das laufende vierte Quartal nach einer Gewinnwarnung am Dienstagabend schlecht. Unter anderem belasten die Kosten für den Jobabbau.
Entscheidender Treiber für den Rückgang ist das schlechte Geschäft in China. Wie alle deutschen Hersteller leidet BMW darunter, dass der wichtigste Automobilmarkt der Welt schrumpft und gleichzeitig von immer stärkerer Konkurrenz und heftigen Preiskämpfen geschüttelt wird. Auch BMW büsste dort rund ein Viertel seines Absatzes ein.
Schon am Dienstag hatte BMW eine Gewinnwarnung herausgegeben. Es war bereits die zweite im laufenden Jahr, die dritte binnen dreizehn Monaten. Die Marge im Automobilgeschäft vor Finanzergebnis (Ebit) wird für das laufende Jahr nun zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent erwartet. Bisher lag die Prognose bei 1 bis 3 Prozent. Das bedeutet, dass das Unternehmen im Kerngeschäft Geld verlieren könnte.
Schuld ist ausgerechnet der Erfolg des Sparprogramms, dessen Kosten – zusammen mit anderen Effekten – auf die Profitabilität drücken. Das im Sommer angekündigte Programm war Anfang Oktober gestartet und nach nicht einmal drei Wochen bereits wieder geschlossen worden, weil das Interesse der Mitarbeiter, gegen eine oft deutlich sechsstellige Zahlung das Unternehmen zu verlassen, überraschend gross war.
Am Abbauprogramm hätten sich «genau die richtigen Personengruppen beteiligt», sagt Konzernchef Milan Nedeljkovic. Das gebe BMW die Möglichkeit, «den Umbau dementsprechend schnell zu machen». Zudem könne man ihn gegenüber dem, was man sich vorgenommen habe, erweitern. Im Sommer war aus Konzernkreisen zu hören, dass der weltweite Abbau bei rund 8000 Jobs liegen könnte. Diese Zahl hat das Management nie bestätigt. Auch jetzt sagte Nedeljkovic nur, dass man den Umbau auf Sicht gestalte. Das aktuelle Jobabbauprogramm sei abgeschlossen, das Thema gehe aber weiter.
Schwedischer Händler will Meier Tobler übernehmen
lip. Für die auf Heiz- und Sanitärtechnik spezialisierte Schweizer Handelsfirma liegt ein öffentliches Kaufangebot vor. Die schwedische Ahlsell-Gruppe bietet den Aktionären 45 Franken 50 pro Aktie, wie Meier Tobler am Mittwoch (4. 11.) bekanntgibt. Der Gesamtwert des Angebots beläuft sich auf rund 492 Millionen Franken.
Der Verwaltungsrat empfiehlt den Aktionären einstimmig, das Angebot anzunehmen. «Das Unternehmen erhält einen starken Eigentümer aus der eigenen Branche, und die Aktionärinnen und Aktionäre erhalten einen fairen Preis mit einer attraktiven Prämie», wird Verwaltungsratsmitglied Alexander von Witzleben zitiert. Auch Verwaltungsratspräsident und Hauptaktionär Silvan G.-R. Meier unterstützt den Schritt, wodurch ein substanzieller Anteil der nötigen Mindestannahmequote von 80 Prozent bereits erreicht ist.
Ahlsell wolle die Arbeitsplätze sowie die lokale Präsenz in der Schweiz erhalten, schreibt Meier Tobler. Unter dem Dach des nordischen Grosshändlers soll Meier Tobler weiterhin als eigenständiges Unternehmen bestehen bleiben. Der Vollzug wird im ersten Quartal 2027 erwartet.
Source: Neue Zürcher Zeitung
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