Krypto-Diebstahl bei Binance Nordkorea finanziert sich seit Jahren durch Hacking
Nordkorea streitet den Krypto-Raub bei Binance ab. Experten glauben das nicht, denn Hacking aus Nordkorea hat System.
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Ist Nordkorea der Täter? Die nordkoreanische Führung streitet ab, für den Hackerangriff auf die Kryptobörse Binance verantwortlich zu sein. Experten haben allerdings keine Zweifel daran, dass das Geld in die Staatskasse von Nordkorea fliesst. Die Ermittler in den USA hätten verschiedene digitale Spuren nach Nordkorea gefunden, sagt SRF-Ostasienkorrespondent Samuel Emch. «Zudem folgte das Vorgehen einem bekannten Muster. Krypto-Raubzüge gehören zur Staatsfinanzierung Nordkoreas.» 2024 hatte die UNO dazu einen Bericht veröffentlicht.
Geht das Geld direkt in die Staatskasse? Nordkorea hat nicht viele Möglichkeiten, um an Devisen zu kommen. Grund sind die umfangreichen Handelsbeschränkungen. Es gebe drei Hauptpfeiler, sagt Samuel Emch: illegalen Export, Arbeitskräfte, die an ein anderes Land ausgeliehen werden und deren Lohn der Staat einzieht, und eben Kryptodiebstahl. Mit dem Geld werden zum Beispiel Rüstungsprogramme finanziert.
Wie viel Geld konnten die Hacker erbeuten? Das ist bis jetzt unklar. Rund die Hälfte der sechs Milliarden Dollar konnte eingefroren werden und ist für die Angreifer nicht mehr zugänglich. Den Rest versuchen sie nun wohl mit Tausenden möglichst kleinen Überweisungen zu waschen. Wie viel es tatsächlich sein wird, ist unklar, sagt SRF-Digitalredaktor Pascal Lago. Die Geldwäsche wird wohl noch eine ganze Weile andauern.
Wer sind die mutmasslichen Hacker? Seit 1998 betreibt Nordkorea das sogenannte Büro 121. Diese staatlich militärische Institution koordiniert die Arbeit von verschiedenen Hackergruppen und fungiert als Kaderschmiede für Hacker. «Die Hacker werden einerseits in Pjöngjang ausgebildet, zum Teil haben sie aber auch an Universitäten im Ausland studiert», sagt Samuel Emch. Die Angriffe erfolgen teilweise aus anderen Teilen der Welt. Nicht alle dieser Hacker sitzen in Nordkorea selbst.
Wie reagieren Handelspartner? «Wer mit Nordkorea handelt und Technologie liefert, die zur Entwicklung von Waffensystemen eingesetzt wird, der verstösst sowieso gegen die UNO-Sanktionen und gegen geltendes Völkerrecht», sagt Samuel Emch. «Ich weiss also nicht, ob es diese Handelspartner kümmert, woher das Geld kommt.» Die Handelspartner seien hauptsächlich ausländische Firmen und Einzelpersonen, nicht direkt andere Staaten.
SRF 4 News, 31.10.2026, 21 Uhr ; srf/etts;baus;weds
Source: SRF · 03.11.2026, 16:53
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