«Knockin' on Heaven's Door» Himmel und Hoodie: Warum war Bob Dylan beim Papst?

Erst Patti Smith, jetzt Bob Dylan: Ein Jesuit bringt Popgrössen zum Papst. Doch zu reden gab vor allem Dylans Outfit.

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05.11.2026, 15:30

Auf der einen Seite eine 85-jährige Musiklegende im schwarzen Hoodie. Auf der anderen Seite das Oberhaupt der katholischen Kirche in Weiss. Die Bilder aus dem Vatikan werfen Fragen auf: Wer besucht hier eigentlich wen? Und wie kam es überhaupt dazu?

Bob Dylan trifft Papst Leo XIV. im Vatikan

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  • Bild 1 von 4. Knockin' on the Pope's Door. Der amerikanische Singer-Songwriter und Dichter Bob Dylan («Knockin' on Heaven's Door») hat den amerikanischen Papst im Vatikan während einer Pause zwischen seinen Konzertterminen besucht. Bildquelle: Handout Vatikan.

  • Bild 2 von 4. Mit Schirm und Kapuze. Nach Angaben des Vatikans war das Treffen kurz: Leo überreichte Dylan einen Rosenkranz, und Literatur-Nobelpreisträger Dylan schenkte dem Papst ein Exemplar seiner Autobiografie «Chronicles: Volume One». Bildquelle: Handout Vatikan.

  • Bild 3 von 4. Fast ein Lächeln. Leo hatte in seinem 2026 erschienenen Buch «Disarmed and Disarming: Peace Is a Gift» aus einem unveröffentlichten Protestsong zitiert, den Dylan 1963 verfasst hatte: «Go Away You Bomb». Bildquelle: Handout Vatikan.

  • Bild 4 von 4. Unter vier Augen. Ein Vatikansprecher sagte, Dylan habe mit Leo sprechen wollen. Die beiden hätten sich für einige Minuten unter vier Augen getroffen. Bildquelle: Handout Vatikan.

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Brückenbauer zwischen Papst und Popwelt

Hinter dem Treffen steckt Antonio Spadaro: Jesuit, Vatikanbeamter und eine Art Pop-Beauftragter des Heiligen Stuhls. Laut Spadaro wollte Dylan den Papst persönlich treffen.

Früher leitete er die Jesuitenzeitschrift «La Civiltà Cattolica», heute baut er Brücken zwischen Pop und Papst. «Man muss Rosalía ein Denkmal setzen!», schwärmte er 2025. Im Juli brachte er Patti Smith zum Papst, jetzt also Bob Dylan.

Das Netz sieht Star Wars

Die Audienz im Apostolischen Palast dauerte nur wenige Minuten. Die Diskussion über Dylans Outfit dürfte länger dauern. Mit hochgezogener Kapuze erinnert er manche an den Star-Wars-Bösewicht Imperator Palpatine.

Andere halten die Bilder zunächst für KI‑generiert. Doch selbst künstliche Intelligenz sei nicht fortgeschritten genug, um ein solches Outfit zu erfinden, witzelt der Musikpodcast «Jokermen».

Wirklich überraschend kommt Dylans Aufzug jedoch nicht. Auch auf der aktuellen Tour zeigt er sich nur mit Hoodie – er scheint Kapuzen schon länger zu mögen.

Wie viel Dylan steckt im Papst und umgekehrt?

Leo schenkte Dylan einen Rosenkranz, Dylan revanchierte sich mit seiner Autobiografie «Chronicles: Volume One» von 2004. Der Papst hatte bereits im Sommer Zeilen aus Dylans unveröffentlichtem Antiatomwaffen-Song «Go Away You Bomb» in einem Vorwort über Abrüstung zitiert.

Dylan wiederum traf schon 1997 Papst Johannes Paul II. Damals sang er tatsächlich «Knockin' on Heaven’s Door». Dieses Mal blieb die Gitarre stumm. Den Song hat Dylan seit 2003 nicht mehr live gespielt.

Nicht einmal für den Papst macht er eine Ausnahme.

Source: SRF · Claudio Landolt

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