Jemen: Von Huthi entführter UN-Mitarbeiter in Gefängnis zu Tode gefoltert
Zahlreiche UN-Mitarbeiter sitzen in den Gefängnissen der von Iran unterstützten Huthi-Rebellen ein. Nach langer Ungewissheit ist einer von ihnen tot.
31.10.2026, 19.08 Uhr
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Ein Kontrollposten der Anti-Huthi-Kräfte südlich von Hodeida. Die Frontlinie zu den Huthi verläuft nur wenige Kilometer entfernt. Aufnahme vom 16. Juli 2026.
(dpa) Ein seit zwei Jahren in der Gewalt der Huthi-Rebellen in Jemen befindlicher UN-Mitarbeiter ist nach offiziellen Angaben tot. Ein Minister der jemenitischen Regierung sagte laut einem Bericht des saudischen Senders al-Arabiya, der jemenitische Staatsangehörige und Mitarbeiter im Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte sei in einem Huthi-Gefängnis zu Tode gefoltert worden.
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Der im Juni 2024 festgenommene Mann habe seitdem keinen Besuch empfangen oder mit Angehörigen kommunizieren dürfen, sagte ein Familienangehöriger der Deutschen Presse-Agentur. Die Familie sei über den Tod informiert worden und solle die Leiche in Empfang nehmen. Die genauen Todesumstände sind nach diesen Angaben noch unklar.
Der österreichische UN-Hochkommissar Volker Türk nannte den Tod seines Mitarbeiters in einer Mitteilung «absolut verheerend» und sprach der Familie sein Mitgefühl aus. Er verlangte eine unabhängige Untersuchung zu den Todesumständen. Er mache sich grosse Sorgen um die weiteren UN-Mitarbeiter in den Händen der Rebellen, davon allein sieben aus seiner Organisation.
Gemäss dem Regierungsmitglied sind noch mehr als siebzig UN-Mitarbeiter in der Gewalt der Huthi. Die Rebellen begründen dies in der Regel damit, dass die UN-Mitarbeiter als Spione für die USA oder Israel tätig gewesen seien.
Konflikt in Jemen im Sommer neu entbrannt
Der Krieg in Jemen begann 2014, als die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa und weite Teile des Nordens überrannten. 2015 begann Saudiarabien mit Verbündeten, Ziele der Huthi zu bombardieren.
Der Konflikt war im Zuge des Iran-Kriegs seit dem Sommer schrittweise neu eskaliert. Im September nahmen die Huthi bei einer Blitzoffensive weitere Teile der Westküste ein und greifen auch Saudiarabien seitdem fast täglich mit Drohnen und Raketen an. Im Zuge der neuen Gewalt sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit August mindestens 1500 Menschen getötet worden.
Source: Neue Zürcher Zeitung
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