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Im Sudan kann schon der Gang zum Einkauf tödlich enden. Innerhalb einer Woche wurden zwei Märkte von Drohnen getroffen, mehr als 250 Menschen starben. Die Attacken sind Teil einer zunehmenden Welle tödlicher Drohnenangriffe.

31.10.2026, 05.30 Uhr

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Ein Jahr nach dem Fall der Stadt al-Fashir an die paramilitärische Miliz Rapid Support Forces (RSF) tobt der Krieg zwischen der sudanesischen Armee und den RSF im Sudan weiter. Seit mehr als drei Jahren kämpfen die sudanesische Armee unter dem De-facto-Machthaber Abdelfatah al-Burhan und die RSF-Miliz unter ihrem Anführer Mohammed Hamdan Daglo gegeneinander.

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Dabei setzen die Konfliktparteien zunehmend Drohnen in zivilen Gebieten ein. Binnen weniger Tage sind bei solchen Angriffen Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Bereits Mitte Oktober wurde der Al-Mawashi-Viehmarkt in Nyala, der Hauptstadt des sudanesischen Gliedstaates Süddarfur, von einer Drohne getroffen. Die RSF-Miliz, die die Stadt seit 2023 kontrolliert, macht die sudanesische Armee für den Angriff verantwortlich.

In den vergangenen Tagen wurden zwei weitere Märkte zum Ziel tödlicher Drohnenattacken. Ein Angriff am 19. Oktober galt dem Amiet-Markt in Abyei. Nach Angaben des Informationsministers der Region Abyei, Yohana Akol Ngor, wurden dabei 153 Menschen getötet.

Satellitenbilder des Unternehmens Planet Labs zeigen das Ausmass des Angriffs auf einen der wichtigsten Handelsplätze in der Grenzregion Abyei, die zwischen dem Sudan und dem Südsudan umstritten ist. Neben seiner Bedeutung als Handelsplatz für Lebensmittel und Medikamente dient der Markt auch als Umschlagplatz für Treibstoff, mit dem die RSF-Miliz ihre Truppen in Darfur und Kordofan versorgt. Zugleich warnen die Vereinten Nationen vor einer wachsenden Verbreitung illegaler Waffen und der Präsenz bewaffneter Gruppen im Umfeld des Marktes. Der gelagerte Treibstoff und mit Benzin beladene Lastwagen verstärkten die Brände. Auf den Aufnahmen sind ausgebrannte Gebäude und verkohlte Flächen zu erkennen, die sich über mehrere hundert Meter erstrecken.

Lokale Behörden machten die sudanesischen Streitkräfte (SAF) für den Angriff verantwortlich. Eine Militärquelle bestätigte gegenüber der BBC, dass die sudanesische Armee den Angriff auf Abyei durchgeführt habe. Ziel sei dabei ein Treibstofflager auf dem Markt gewesen, das auch nach Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters zur Versorgung der RSF-Truppen genutzt wurde. Auch Reuters berichtet unter Berufung auf Insider, dass der Drohnenangriff dem Treibstofflager gegolten habe.

Der Angriff hat zudem die Spannungen zwischen dem Sudan und dem Südsudan verschärft. Die beiden Länder verwalten Abyei gemeinsam und beanspruchen die ölreiche Region für sich. Der Territorialstreit ist seit der Unabhängigkeit des Südsudans im Jahr 2011 ungelöst.

Nur eine Woche später, am 26. Oktober, trifft ein ähnlicher Drohnenangriff einen anderen Markt im Westen von Nyala, der Hauptstadt von Süddarfur. Nach Angaben eines Augenzeugen gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hielten sich zum Zeitpunkt des Angriffs Kämpfer der RSF-Miliz auf dem Markt auf. Unter den Opfern befanden sich jedoch auch Zivilpersonen, wie das Sudan Doctors Network, eine Organisation zur Dokumentation von Gewalttaten, mitteilte. Die sudanesische Menschenrechtsorganisation Emergency Lawyers meldet mindestens 100 Tote. Es ist der jüngste einer Reihe von Angriffen in einer der opferreichsten Wochen des Krieges.

Unterdessen nimmt die RSF-Miliz zunehmend die Energieinfrastruktur ins Visier und stürzt ganze Städte in die Dunkelheit. Innerhalb von nur einer Woche griff sie mit Drohnen mehrere Umspannwerke in Gebieten an, die von der sudanesischen Armee kontrolliert werden. In der Folge kam es in weiten Teilen der Gliedstaaten Khartum und al-Jazira zu Stromausfällen.

Satellitenaufnahmen von Nasa Worldview vom 28. und 30. Oktober 2026 zeigen die sudanesische Hauptstadt Khartum bei Nacht. Der Vergleich zeigt die grossflächigen Stromausfälle nach den jüngsten Angriffen durch den plötzlichen Rückgang künstlicher Beleuchtung.

Mitarbeit: Jasmin Hegetschweiler.

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Source: Neue Zürcher Zeitung · Seda Motie

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