Heissluftfritteuse im Check Airfryer: Alles nur heisse Luft?

«Airfryer» oder Heissluftfritteusen erfreuen sich hierzulande hoher Beliebtheit. Seit einigen Jahren werden bei Haushaltsgeräte-Händlern deutlich mehr Heissluftfritteusen verkauft, als klassische Fritteusen. Doch hält das Gerät auch, was es verspricht?

01.11.2026, 11:30

Heissluftfritteusen sind eigentlich ein Etikettenschwindel. Denn das Gerät, welches auf Englisch «air fryer» genannt wird und im deutschsprachigen Raum auch als Heissluftfritteuse bekannt ist, frittiert nicht. Denn beim Frittieren würde das Gargut vollständig oder schwimmend ausgebacken. Die Stärken des Geräts liegen ausserhalb seines irreführenden Namens.

Wie funktioniert eine Heissluftfritteuse?

Die kleinen bis teils relativ wuchtigen Küchengeräte, die Anfang der 2000er-Jahre erfunden wurden, funktionieren im Kern wie ein Konfektionsbackofen. Oder einfacher formuliert: wie ein Umluftbackofen, nur kleiner. Im Gerät zirkuliert die Luft um das Gargut mit einer Temperatur zwischen 80 und teils über 200 Grad.

Legende: Die Schubladen von Heissluftfritteusen haben bewusst Löcher, damit die Luft gut zirkulieren kann. Allerdings lassen sich Fisch oder Fleisch mit flüssigem Backteig schlecht darin zubereiten, da dieser «verläuft». Depositphoto / kovalnadiya.ukr.net

Damit das funktioniert, sind in allen Geräten ein Heizstab sowie ein Ventilator integriert. Schubladen haben Einsätze mit Ausfräsungen, damit Speisen von allen Seiten her Hitze abbekommen. Ein grosser Vorteil dabei ist, dass sich moderne Heissluftfritteusen rasch aufheizen.

Das Versprechen der Hersteller gegenüber herkömmlichen Fritteusen ist, dass weniger Fett verwendet werden muss und das Gargut trotzdem knusprig wird. Speziell Pommes und «Knusperli» sollten dabei ohne Ölbad genauso knusprig und lecker aus der Schublade kommen, wie man es von einer handelsüblichen Fritteuse gewohnt ist.

Die Energieeffizienz und das Platzdilemma

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Backofen ist der Airfryer auch gerade durch das schnelle Aufheizen energiesparender, da sie weniger Luftvolumen erhitzen müssen (grössere Airfryer haben etwa 8–10 Liter Luftvolumen).

Ein Wermutstropfen: Im Gegensatz zu einer ansprechenden Teigmaschine im Retro-Design sind die meisten Airfryer allerdings keine besonderen Designinnovationen.

Wie gross soll das Gerät sein?

Hat man sich schlussendlich durchgerungen, die Platzverhältnisse in der Küche evaluiert und die Vorzüge einer Heissluftfritteuse gegenüber seines namensgebenden Vetters herausgearbeitet, stellt sich nun die Frage: Wie gross soll die Heissluftfritteuse sein?

Kleine Geräte haben ein Fassungsvermögen von 2 Litern und grössere Ausführungen messen teils bis über 10 Liter, teilweise auch mit Doppelschubladen, was zwei unabhängige Garzyklen ermöglicht.

Vor dem Kauf sollte man sich gut überlegen, welche Speisen man darin zubereiten will, und für wie viele Personen. Sollen es lediglich eine Handvoll Fischknusperli sein? Oder soll möglicherweise sogar eine kleine Focaccia darin gebacken werden?

Und dann bleibt natürlich die Frage: Wie viel Platz hat man in der eigenen Küche überhaupt? Denn in kleineren Schränken lassen sich die meisten Geräte schlicht nicht verstauen.

Fazit

Eine Heissluftfritteuse ist kein Muss, kann den Küchenalltag aber durchaus erleichtern. Sie heizt schnell auf, spart im Vergleich zum grossen Backofen Energie und zaubert mit wenig Öl knusprige Speisen.

Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt letztlich davon ab, wie oft man sie nutzt – und ob man bereit ist, dem Küchengerät einen festen Platz auf der Arbeitsfläche einzuräumen.

Source: SRF · Max Fischer

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