Kurz nach seiner Krebsoperation reist Leo nach Südamerika. Frieden und sozialer Ausgleich sind seine Botschaft.
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04.11.2026, 15:02
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Am Freitag bricht Papst Leo zu seiner bisher längsten Auslandsreise auf. Sie führt ihn nach Uruguay, Argentinien und Peru. Themen wie Frieden, sozialer Ausgleich oder Umwelt werden wohl im Zentrum stehen.
Der Papst kennt die Probleme in Peru aus eigener Erfahrung: Armut, Schweiss, Unterdrückung.
Vor allem die Reise nach Peru sei wichtig, sagt Marco Politi, Journalist und Experte für den Vatikan. Schliesslich habe Papst Leo, der gebürtige US-Amerikaner, lange in Peru gelebt. Er war Bischof in Chiclayo, einer armen Stadt in der Wüste. «Die Peruaner finden, dass der Papst auch ein peruanischer Papst, auch ihr Papst», so Politi.
Arg gebeuteltes Südamerika
«Der Papst kennt die Probleme in Peru aus eigener Erfahrung: Armut, Schweiss, Unterdrückung», so der Vatikan-Experte weiter. In gewissen Regionen Perus leiden etwa 40 Prozent der Säuglinge unter Fehl- oder Mangelernährung. Oft fehlt es an sauberem Trinkwasser. Und das Klimaphänomen El Niño, das Wetterextreme wie Überschwemmungen und Dürren bringt, trifft Peru derzeit besonders stark.
In Chiclayo oder bei einem Abstecher in den peruanischen Regenwald dürfte der Papst soziale Fragen, den Umweltschutz und erneut den Frieden ansprechen.
Von Missbrauchsskandalen heimgesucht
Auf seiner Reise werde Leo auch mit Problemen innerhalb der Römisch-katholischen Kirche konfrontiert, sagt die peruanische Historikerin Ruth Magali Rosas Navarro. «Zehn Prozent der Gläubigen hat die Römisch-katholische Kirche Perus in den letzten Jahren verloren, während die Zahl evangelikaler Christen oder von Atheisten und Agnostikern wächst», stellt sie fest.
Dies liegt auch daran, dass die peruanische Kirche, wie so viele andere, von massiven Missbrauchsskandalen erschüttert wurde. Der Papst wird auf seiner Reise denn auch Missbrauchsopfer treffen.
Trotz dieser Probleme geht Professorin Navarro davon aus, dass dieser Papst seiner Kirche neue Impulse verleihen kann: «Man hat es zuletzt bei seiner Reise nach Frankreich gesehen: Leo zieht viele Leute an.» Ähnliches erhoffen sich die Kirchen Uruguays und Argentiniens.
Papst Leo bei ultraliberalem Milei
Leos Vorgänger Franziskus kam aus Argentinien, hatte seine Heimat aber nie besucht. Nun reist Leo nach Buenos Aires und trifft dort den ultraliberalen Präsidenten Javier Milei.
Die Päpste werden immer weltoffener.
«Papst Leo wird beim Treffen mit Milei ganz bestimmt einmal mehr die soziale Ethik der Kirche unterstreichen», glaubt Vatikan-Kenner Politi. Der Papst warnt etwa davor, die künstliche Intelligenz ohne Regulierung oder Schranken einzusetzen.
Weltoffener Papst Leo
Mit Papst Leo habe sich die Römisch-katholische Kirche erneut für einen politischen und international ausgerichteten Papst entschieden, sagt Politi: «Nach einem südamerikanischen Papst jetzt ein nordamerikanischer aus Peru – die Päpste werden immer weltoffener.»
Das bedeutet für den Papst auch, viel unterwegs zu sein. Und so führten die längsten Reisen Papst Leo bisher in den Süden: nach Afrika und Südamerika, wo heute fast die Hälfte aller Katholikinnen und Katholiken lebt.
Rendez-vous, 4.11.2026, 12:30 Uhr;liea
Source: SRF · Franco Battel
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