Geldanlagen Nachhaltige Fonds im Trend: Gut fürs Klima und fürs Portemonnaie?
Noch nie war in der Schweiz so viel Geld in nachhaltige Fonds investiert wie heute. Doch was bringt das?
06.11.2026, 06:21
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Nachhaltige Anlagen bleiben gefragt. Zwar ist in den USA unter Donald Trump der Klimaschutz unter Druck geraten. Trump hat Umweltauflagen abgebaut. Seine Regierung fördert stattdessen Öl, Gas und Kohle. Anlegerinnen haben nachhaltige Investments zurückgefahren. Doch nicht so in der Schweiz; hier sind die Gelder in nachhaltigen Fonds sogar auf einen neuen Höchststand von 1,4 Billionen Franken gestiegen, wie eine Studie der Hochschule Luzern zeigt (Grafik). Von den neu angelegten Geldern bei Schweizer Banken fliesst rund die Hälfte in nachhaltige Fonds statt konventionelle.
Was heisst nachhaltig? Meist meiden nachhaltige Fonds bestimmte Branchen, oder sie schliessen diese ganz aus (Rüstung, Tabak, Kohle etc.). Das Fondsmanagement bevorzugt Aktien von Firmen, die bei sogenannten ESG-Kriterien gut abschneiden. Das Kürzel ESG steht für Environment (Klimaschutz, Energieeffizienz etc.), Social (Arbeitsbedingungen, Menschenrechte) und Governance (verantwortungsvolle Unternehmensführung, z.B. Massnahmen gegen Korruption). ESG-Fonds filtern den Markt oft nur moderat; sie decken dadurch das globale Anlage-Universum recht breit ab.
Impact Investing geht weiter. Wer wirkungsvoll in eine ökologischere und gerechtere Zukunft investieren will, sollte von ESG-Fonds nicht zu viel erwarten. Für messbare Verbesserungen in der Natur und Gesellschaft eignet sich das Impact Investing: Hier werden nicht nur die Anlagen aufgrund von Nachhaltigkeitskriterien gefiltert, sondern das Geld fliesst gezielt in Nachhaltigkeits-Projekte wie den Ausbau von erneuerbaren Energien oder auch verbesserte Gesundheitsdienstleistungen in armen Ländern. Für Impact Investing gibt es spezielle Fondsprodukte.
Nachhaltig kostet nicht automatisch mehr: Die Gebühren sind heute kein Argument mehr gegen nachhaltige Fonds. Der Wettbewerb im Fondsmarkt und der vermehrte Einsatz börsengehandelter Indexfonds (ETF) hätten zu allgemein niedrigeren Kosten für die Kundschaft geführt, sagt Brian Mattmann, Koautor der «IFZ Sustainable Investments Studie 2026» der Hochschule Luzern. Nachhaltige Finanzanlagen würden nicht systematisch mehr kosten als konventionelle.
Konventionelle Fonds nicht rentabler: Immer wieder hört man den Vorbehalt, nachhaltige Anlagen seien weniger rentabel als konventionelle Fonds. Sabine Döbeli, die Chefin des Verbands Swiss Sustainable Finance, SSF widerspricht: «Im Durchschnitt zeigen nachhaltige Anlagen etwa die gleiche Performance wie herkömmliche Anlagen.» Brian Mattmann von der Hochschule Luzern gibt ein Beispiel: Wenn der Ölpreis steigt, sind die Aktien von Ölkonzernen im Vorteil, wenn der Ölpreis sinkt, ist es eher umgekehrt. Wissenschaftlich gesehen hätten nachhaltige Fonds keinen Renditenachteil.
Heute Morgen, 6.11.2026, 8 Uhr;weds
Source: SRF · Jan Baumann
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