Die UBS erzielt einen Vorsteuergewinn von 3,6 Milliarden Dollar und wirbt weiter für günstige Eigenkapitalvorschriften

Die Grossbank zieht deutlich mehr Kundengelder an und hat die CS-Integration nahezu abgeschlossen. Die alles entscheidende Kapitalfrage wird im Parlament entschieden.

28.10.2026, 06.53 Uhr

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Ein nachdenklicher Sergio Ermotti: Der UBS-Konzernchef vor der Anhörung durch die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) zur Revision der Eigenkapitalvorschriften am Montag in Bern.

Ein nachdenklicher Sergio Ermotti: Der UBS-Konzernchef vor der Anhörung durch die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) zur Revision der Eigenkapitalvorschriften am Montag in Bern.

A. Della Valle / Keystone

Die UBS kämpft seit Monaten intensiv gegen die geplanten strengeren Eigenkapitalvorschriften des Bundesrates, damit sich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht verschlechtert. Das ist vor allem für die Aktionäre des Instituts wichtig, denn sie erwarten eine im Branchenvergleich ansprechende Rendite. Erst am Montag erläuterte Konzernchef Sergio Ermotti in Bern den Vertretern der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) seine Argumente.

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Zugleich darf die Bank im operativen Tagesgeschäft nicht nachlassen, denn die Aktionäre achten nicht nur auf künftige Renditechancen, sondern zuallererst einmal auf die gegenwärtige Performance. Die kann sich sehen lassen. Die UBS erzielte im dritten Quartal ein Konzernergebnis von 2,7 Milliarden Dollar, nach 2,8 Milliarden im zweiten Quartal. Der Vorsteuergewinn betrug 3,6 Milliarden Dollar und lag damit auf gleicher Höhe wie im Vorquartal.

Gute Neugeldzuflüsse in Asien und den USA

UBS-Chef Ermotti unterstrich, dass die globale Vermögensverwaltung im dritten Quartal netto einen Neuzufluss an Vermögenswerten in Höhe von 55 Milliarden Dollar erzielte, mit besonders hohen Zuflüssen in den Regionen Asien und Amerika. Das ist insofern besonders erfreulich, als die Geldzuflüsse in den USA in den vergangenen Quartalen teilweise Wünsche offen liess. Im Jahr 2025 waren sogar in mehreren Quartalen hintereinander in den Vereinigten Staaten Gelder abgeflossen.

Die UBS sieht sich auf gutem Weg, ihr Ziele für eine Rendite auf das harte Kernkapital für 2026 zu übertreffen und für das Aufwand-Ertrags-Vertragsverhältnis zu erreichen. In den ersten neun Monaten betrugen die entsprechenden Werte 16,7 Prozent und 69,6 Prozent.

Der Abschluss der Integration der Credit Suisse zum Jahresende ist zudem auf Kurs. Die geplante Ausserbetriebnahme von technischer Infrastruktur und von Anwendungen stehe kurz vor dem Abschluss. Fast alle anvisierten alten Anwendungen sind nicht mehr im Einsatz,  bereits 90 Prozent sind vollständig ausser Betrieb genommen worden.

Zu Beginn der Integration der Credit Suisse hatte sich die UBS Kosteneinsparungen von 13,5 Milliarden Dollar vorgenommen. Davon hat sie bis Ende September bereits 13,2 Milliarden erreicht. Bis zum Jahresende soll dieser Wert auf 13.7 Milliarden Dollar steigen, womit die Bank ihr Ziel von geringfügig übertroffen hätte.

Das Topthema für die Bank in der Schweiz sind weiterhin die künftigen regulatorischen Rahmenbedingungen, besonders in Bezug auf die Höhe des Eigenkapitals für die Auslandtöchter. Ermotti betonte, die UBS wolle sich weiterhin «konstruktiv» in die politische Diskussion über die künftigen regulatorischen Rahmenbedingungen in der einbringen.

«Dabei hoffen wir auf eine Lösung im Parlament, die der Finanzstabilität des Landes zugutekommt, ohne den Aktionären, den Kundinnen und Kunden sowie die Mitarbeitenden übermässig Kosten aufzubürden und ohne die langfristige Wettbewerbsposition der UBS zu beeinträchtigen», sagte Ermotti.

Kontinuierlich sinkender Personalbestand

Vor dem Kollaps der Credit Suisse (CS) hatten die UBS und die CS Ende des Jahres 2022 zusammen weltweit rund 123 000 Mitarbeiter. Diese Zahl ist per Ende des dritten Quartals 97 593 gesunken. Die UBS ist bei der Personalreduktion also deutlich vorangekommen. Insgesamt sollte sich der Stellenabbau laut UBS über mehrere Jahre hinweg ziehen. Zudem würden bisher ausgelagerte Funktionen in die Bank zurückgeholt.

In der Schweiz hatte die Mitarbeiterzahl der UBS Ende 2023, also nach der Notübernahme des grössten Konkurrenten, rund 35 000 betragen. UBS-Chef Ermotti hatte mehrfach angekündigt, dass hierzulande durch die Integration beider Banken mit 3000 Entlassungen zu rechnen ist. Dazu kommt ein Stellenabbau durch natürliche Fluktuation, etwa durch freiwillige Kündigungen oder Frühpensionierungen. Dem Vernehmen nach wurden inzwischen gut die Hälfte der Entlassungen vollzogen.

Sollte die UBS jedoch ihre Drohung wahr machen und der Schweiz mit dem Hauptsitz den Rücken kehren, könnte ein weiterer grosser Stellenabbau folgen. Das wäre dann ein möglicher Schritt, wenn sie die neuen Eigenkapitalvorschriften als zu geschäftsschädigend erachtet.

In einem Brief an die Mitglieder der WAK-N im Vorfeld des Treffens vom Montag und Dienstag hatte der Schweizerische Bankpersonalverband davor gewarnt, dass ein Wegzug der UBS rund 10 000 bis 12 000 der derzeit 34 000 Stellen der Bank in der Schweiz kosten könnte. Die Beschäftigungsfolgen eines Wegzugs seien bis heute nicht untersucht worden, hiess es weiter, obwohl in den vom Bund bestellten Studien ein Stellenabbau und eine Verlegung des Konzernsitzes als mögliche Reaktion der UBS auf harte Eigenkapitalforderungen genannt werde.

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Source: Neue Zürcher Zeitung · Michael Rasch

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