Bald beginnen die Arbeiten an der neuen Promenade beim Hafen Enge.

03.11.2026, 17.20 Uhr

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Heute kommt der meiste Platz am Hafen Enge den Autos zu.

Heute kommt der meiste Platz am Hafen Enge den Autos zu.

Goran Basic / NZZ

Beim Hafen Enge liegt der wohl am besten gelegene Parkplatz der Stadt Zürich: Nur eine Hecke und ein vergleichsweise schmaler Fussweg trennen die Parkflächen vom See. Wenige Meter entfernt lädt das Arboretum – im Volksmund Rentenwiese genannt – zum Flanieren ein. Doch die Tage des grossen Parkplatzes am See sind gezählt. Bis 2030 entsteht dort, wo heute Autos stehen, eine Hafenpromenade.

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Im Januar beginnen die Bauarbeiten für den neuen Uferweg. Das schreibt die Stadt am Dienstag in einer Mitteilung. Ende Jahr werden die 127 Parkplätze in das neue Parkhaus Enge, die Tiefgarage im kürzlich eingeweihten neuen Swiss-Re-Gebäude auf der anderen Strassenseite, verlegt. Für die Parkplätze für Reisecars schafft die Stadt Ersatzstandorte. Zwei Haltestellen sind an der Stockerstrasse vorgesehen. Zudem entstehen stadtauswärts auf dem Parkplatz Mythenquai 6 Abstellplätze.

Mit der Neugestaltung des Ufers beim Hafen Enge schliesst die Stadt die Lücke zwischen der Rentenwiese und dem Wabengarten südlich des Hafens und schafft einen durchgehenden Park. Der Entwurf dafür stammt von der Schmid Kuhn Landschaftsarchitekten AG, die 2021 den Architekturwettbewerb für das Projekt gewonnen hat.

Geplant ist eine chaussierte Fläche mit einem Laubengang und einer langen, witterungsgeschützten Sitzbank. Der bestehende Kiosk schliesst Ende Jahr und wird abgerissen. Als Ersatz sieht die Stadt einen rot gestrichenen Holzbau mit einem neuen Kiosk vor. Die öffentlichen Toiletten beim heutigen Parkplatz bleiben erhalten, bis der neue Kiosk fertiggestellt ist.

Das Projekt umfasst nicht nur Parkplätze, sondern auch 95 Bäume. Sie sollen so weit wie möglich erhalten bleiben, heisst es weiter in der Mitteilung der Stadt. Bei mindestens 15 Bäumen ist das aber nicht möglich. Sie müssen aufgrund der geplanten Arbeiten an den Werkleitungen oder wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes gefällt werden.

Damit die Baumbilanz am Schluss der Uferumgestaltung dennoch positiv ausfällt, will die Stadt zusätzlich 60 «neue klimaresiliente Bäume» pflanzen. Künftig sollen also 140 Bäume ausreichend Schatten spenden. Weiter sollen unversiegelte Flächen, Stauden und Sträucher an heissen Tagen für Kühlung sorgen.

Der 1959 anlässlich der Schweizerischen Gartenbauausstellung G59 angelegte Wabengarten wird im Zuge der Arbeiten am neuen Ufer saniert.

Zusammen mit der Uferaufwertung entsteht eine Seewasser-Pumpstation für den Energieverbund. Dieser versorgt die angeschlossenen Liegenschaften mit erneuerbarer Energie.

Ein roter Holzkiosk mit einer wettergeschützten Sitzbank soll im Zentrum der neuen Seepromenade beim Hafen Enge stehen.

Ein roter Holzkiosk mit einer wettergeschützten Sitzbank soll im Zentrum der neuen Seepromenade beim Hafen Enge stehen.

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Der Kredit für die Umgestaltung des Hafens beläuft sich laut Angaben der Stadt auf 19,13 Millionen Franken. Die Stadt trägt die Kosten für die Neugestaltung aber nicht alleine. Die Zurich Versicherung beteiligt sich mit rund 8,4 Millionen Franken an der neuen Promenade, die Swiss Re zahlt 2 Millionen Franken an den Bau des neuen Kiosks. Zudem hat sie das Parkhaus gebaut, in dem nun die Parkplätze verschwinden.

Die Beiträge der Versicherer an das Projekt gehen auf deren Neubauprojekte am Mythenquai zurück. Sowohl die Zurich Versicherung als auch die Swiss Re haben ihre Liegenschaften am linken Seeufer in den letzten Jahren erneuert. Die Zurich Versicherung hat ihren 1901 erbauten Hauptsitz um einen Neubau aus Glas ergänzt. Weil dieser fünf Meter höher ist als gemäss Bauordnung erlaubt und somit über zusätzliche Fläche verfügt, war ein Gestaltungsplan nötig. Der darin festgehaltene Mehrwertausgleich ist der Beitrag an die neue Uferpromenade.

Die Swiss Re wiederum verfügt am Mythenquai über vier Liegenschaften, darunter das 2017 fertiggestellte Hauptgebäude mit einer Fassade aus gewellten Glaselementen sowie der Ende Oktober eingeweihte rote Neubau, in dem sich auch die neue Tiefgarage befindet. Für beides wurden Gestaltungspläne erstellt und Mehrwertausgleiche mit der Stadt ausgehandelt.

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Source: Neue Zürcher Zeitung · Francesca Prader

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