«The Lone Star State» könnte vom republikanischen Bollwerk zum entscheidenden Swing State werden.

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05.11.2026, 20:16

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«In Texas ist alles grösser – auch der Schock, den dieser Sieg bedeutet. Wir haben die Welt schockiert – und gezeigt, das alles möglich ist.» Das sagte Gina Hinojosa nach ihrem deutlichen Sieg. Sie ist die erste Demokratin seit 1990, die zur Gouverneurin gewählt wird – und die erste Latina in diesem Amt.

Hohe Lebenshaltungskosten und ICE

Hinojosa stammt aus dem südlichsten Teil von Texas, an der Grenze zu Mexiko – aus einem der ärmsten Gebiete der USA, wo die Latinos eine sehr grosse Mehrheit der Bevölkerung ausmachen. Donald Trump holte dort 2024 eine Mehrheit der Stimmen – doch nun wählten die Latinos anscheinend grossmehrheitlich wieder demokratische Kandidaten.

Legende: Die strahlenden Sieger der Demokraten in Texas: James Talarico (links) zieht in den Senat ein, Gina Hinojosa wird neue Gouverneurin. Reuters/James Talarico via X

Die hohen Lebenshaltungskosten unter Trump spielten wohl eine gewichtige Rolle, ebenso das aggressive Vorgehen der Migrationspolizei ICE, das Latino-Gemeinden besonders trifft.

«Donald Trump sagte: Tut so, als würde ich auf dem Wahlzettel stehen. Genau das haben die Wähler getan.»

Das hat mit dazu geführt, dass der letzte Dienstag für die Republikaner zur krachenden Niederlage wurde – in Texas zu einer politischen Auslöschung, so Dade Phelan, ein Republikaner, der im texanischen Parlament früher der grossen Kammer vorsass, gegenüber CNN: «Trump sagte: Tut so, als würde ich auf dem Wahlzettel stehen. Genau das haben die Wähler getan.»

Legende: Dade Phelan geht mit seinen Parteikollegen hart ins Gericht. Keystone/Eric Gay/Archiv

Die Demokraten stellten starke, disziplinierte Kandidaten auf. Die Republikaner hingegen nominierten im wichtigen Senatsrennen einen skandalumwitterten, sehr unbeliebten Politiker: Ken Paxton, für den sich Donald Trump einsetzte.

Und ein Mix aus Themen schuf für Republikaner auch in Texas eine miserable Ausgangslage. «So kommt eine Wahl heraus, wenn man den Wahlkampf nicht mit Sachthemen führen kann», so Phelan.

«Wir können nicht über Lebenshaltungskosten reden, können nicht über Benzinpreise reden, über den Preis von Eiern und Rindfleisch. Wir sind dafür verantwortlich, weil wir an der Macht sind.» Stattdessen sei es in der Wahlwerbung um China gegangen, man haben vor Jungen im Mädchensport gewarnt: «Sechs Jahre lang redeten wir nur davon. Das kam bei den Wählern nicht an.»

Die Republikaner verlieren in Texas eine Vielzahl von Ämtern: Jenes der Gouverneurin, der Vizegouverneurin – und sie verlieren das erste Mal seit fast einem Vierteljahrhundert die Kontrolle in der grossen Parlamentskammer von Texas. Erstmals seit 1988 schickt Texas einen Demokraten in den Senat in Washington.

Ein Kniff, der republikanische Sitze im Repräsentantenhaus sichern sollte, ist nach hinten losgegangen. Auf Geheiss von Präsident Trump zogen die Republikaner letztes Jahr in Texas neue Kongress-Wahldistrikte, die möglichst sichere zusätzliche fünf Sitze schaffen sollten. In vier dieser Distrikte haben die Demokraten trotzdem gewonnen.

All das ist nicht nur ein Sieg gegen die Republikaner und Trump – es ist auch einer gegen Elon Musk. Dieser lebt in Texas, wo auch seine Unternehmen angesiedelt sind. Musk hat hunderte Millionen Dollar für den republikanischen Wahlkampf aufgewendet, viel davon in Texas – viel davon gegen James Talarico.

Doch der Demokrat siegte im Senatsrennen in Texas erstaunlich deutlich. Die Wählerinnen und Wähler hätten damit auch ein kristallkares Signal an den reichsten Mann der Welt gesendet, sagte Talarico gegenüber CBS. «Texas steht nicht zum Verkauf. Musk wollte seinen eigenen, persönlichen Senator, der nach seiner Pfeife tanzt, der texanisches Land für Musks Rechenzentren verkauft, der unser texanisches Wasser hergibt.»

Wird Texas zum Swing State?

Texas hat sich verändert: Aus mehrheitlich demokratischen Bundesstaaten sind Menschen zugezogen, die Bevölkerung ist stark gewachsen. Latinos bilden nun die grösste Bevölkerungsgruppe.

Schon lange war es ein Traum der Demokraten, in Texas zu gewinnen, auch mit Blick auf die demografische Entwicklung – jetzt ist es, quasi unter Idealbedingungen, gelungen.

Texas könnte nun zum Swing State werden, zum Bundesstaat, wo Demokraten auch künftig siegen können – was für die Republikaner im Jahr 2028 zum grossen Problem werden könnte. Bei Präsidentschaftswahlen hat Texas grosses Gewicht – und ohne Texas ist ein republikanischer Sieg sehr unwahrscheinlich, wenn nicht unmöglich.

Echo der Zeit, 5.11.2026, 18 Uhr

Source: SRF · Andrea Christen

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