Bayern Münchens Harry Kane gewinnt den Ballon d'Or
Bayerns Harry Kane wird als erster Bundesliga-Profi seit Jahren mit der wichtigsten individuellen Auszeichnung im Weltfussball geehrt. Es ist der Lohn für ein beeindruckendes Jahr - und viele Tore.
26.10.2026, 23.55 Uhr
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Der englische Nationalspieler Harry Kane am Montagabend an der Ballon d'Or Zeremonie.
Kin Cheung / AP
(dpa) Bayern-Star Harry Kane ist für sein herausragendes Fussballjahr mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet worden. Der 33 Jahre alte Kapitän der englischen Nationalmannschaft wurde am Abend in seiner Heimatstadt London geehrt. Kane setzte sich unter anderem gegen WM-Torschützenkönig Kylian Mbappé, den spanischen Weltmeister Lamine Yamal sowie seine Münchner Teamkollegen Luis Díaz, Michael Olise und Dayot Upamecano durch. Er nahm zudem die Auszeichnung für den besten Stürmer mit nach Hause.
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Als beste Fussballerin wurde die Spanierin Alexia Putellas ausgezeichnet, die im Sommer vom FC Barcelona zu den London City Lionesses gewechselt war. Nationalspielerin Klara Bühl vom FC Bayern, die es als einziger deutscher Profi unter die Finalistinnen und Finalisten der wichtigsten Preise geschafft hatte, hatte auf Platz zwölf von 30 das Nachsehen.
Der erste goldene Ball für den Bayern-Star
Für Kane bedeutet der goldene Ball die bislang bedeutendste individuelle Trophäe seiner Karriere. Im schicken Anzug mit Fliege kam der 33-Jährige kurz vor Beginn der Zeremonie in einem Kleinbus gemeinsam mit seinen Bayern-Teamkollegen am roten Teppich an - und schrieb geduldig ein paar Autogramme für die wartenden Fans. Hand in Hand mit Ehefrau Katie Goodland ging es dann in das altehrwürdige Theater im Zentrum der britischen Hauptstadt.
«Ich bin unglaublich stolz auf meine Leistung im letzten Jahr - es war mit Abstand meine beste Saison», sagte Kane im DAZN-Interview. Gefragt nach seinen Kindern antwortete der Engländer: «Sie wollen die Trophäe unbedingt haben. Für meine Kinder ist es völlig normal, dass ich Trophäen mitbringe. Mein Sohn hält das wahrscheinlich für ganz alltäglich - aber vielleicht werden sie später einmal zu schätzen wissen, was für eine besondere Auszeichnung das ist.»
Der Stürmer hatte in der vergangenen Saison 61 Tore für die Bayern erzielt und zwölf für die Three Lions, sechs davon bei der WM im Sommer. Mehr geht kaum. Mit den Bayern feierte der in London aufgewachsene Engländer die Meisterschaft und den Pokalsieg. Dass es für die Münchner wieder nicht zum Gewinn der Champions League gereicht hatte, spielte für die Juroren offensichtlich keine grössere Rolle.
Vergeben wird die prestigeträchtige Auszeichnung vom Fachmagazin «France Football» und der Europäischen Fussball-Union UEFA. Stimmberechtigt für die finale Entscheidung waren jeweils ein Journalist oder eine Journalistin aus den Top-100-Nationen der FIFA-Weltrangliste. Der Weltverband vergibt noch einen eigenen Preis an den Weltfussballer und die Weltfussballerin - der Ballon d'Or gilt aber insbesondere auch im Kreis der Profis als bedeutender. Als Bewertungszeitraum galt die Zeit vom 3. August 2025 bis zum 19. Juli 2026, dem Tag des WM-Endspiels.
Starstürmer folgt auf Starstürmer
Kane ist der erste Bayern-Spieler seit Karl-Heinz Rummenigge 1981, der die Auszeichnung gewinnen konnte. Und er ist der erste Bundesliga-Profi seit Matthias Sammer 1996 und erste Engländer seit Michael Owen 2001. Die 70. Ausgabe der Verleihung wurde auch zu Ehren des ersten Preisträgers Stanley Matthews (1956) erstmals in London organisiert. Die von Kane angeführten Three Lions waren bei der WM nach einem späten K.-o. gegen Argentinien im Halbfinale noch Dritter geworden.
«Harry Kane zeigt, dass man zu den Besten der Welt gehören kann, ohne sich selbst ständig in den Mittelpunkt zu stellen. Dass man ehrgeizig und gleichzeitig ein Teamplayer sein kann. Und dass wahre Grösse nicht darin besteht, sich über andere zu erheben», hatte Rummenigge in einem Beitrag für «Münchner Merkur/tz» vor der Verleihung geschrieben. Kane sei «höflich, bodenständig, frei von Allüren und begegnet den Menschen auf Augenhöhe». Der Satz «Elf Freunde müsst ihr sein» habe bei dem Stürmer nichts von seiner Bedeutung verloren, schrieb der frühere deutsche Stürmerstar.
Weitere Ehrungen am Abend
Als bester Trainer einer Männermannschaft wurde Luis de la Fuente geehrt, der Spanien im Sommer zum WM-Titel geführt hatte. Bei den Coaches eines Frauenteams setzt sich dessen Landsmann Pere Romeu (FC Barcelona) durch. Bester Torhüter wurde Spaniens Weltmeistertorwart Unai Simón, beste Torhüterin Cata Coll (FC Barcelona). Im Rennen um den Preis für das beste Talent des Jahres war auch Bayerns Lennart Karl nominiert - es gewann aber Yamal. Bei den Fussballerinnen wurde in dieser Kategorie Vicky López ausgezeichnet, auch sie spielt beim FC Barcelona.
Die Katalanen wurden zudem als bester Frauen-Club der vergangenen Saison ausgezeichnet, bei den Männern gewann Paris Saint-Germain. Der FC Bayern ging leer aus.
Source: Neue Zürcher Zeitung
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