Batterie-Lokomotive Fertig Diesel: Brienz Rothorn Bahn plant erste Elektro-Lokomotive
Die Brienz Rothorn Bahn im Berner Oberland elektrifiziert ihre Dieselloks – ein Novum in der Zahnradbahngeschichte.
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Sie sind das Herzstück der historischen Brienz Rothorn Bahn (BRB): die Lokomotiven. Seit 1892 fahren sie hoch auf 2244 Meter über Meer. Aktuell werden elf Loks mit Dampf angetrieben und drei mit Diesel. Letztere sollen künftig mit Batterie-Antrieb fahren. Das hat es in der Geschichte der Zahnradbahn so noch nicht gegeben.
Für Peter Flück, Verwaltungsratspräsident der Brienz Rothorn Bahn, macht die Umrüstung aus mehreren Gründen Sinn: «Die Diesellokomotiven sind zwischen 40 und 50 Jahre alt und müssen so oder so einer umfassenden Revision unterzogen werden. Hinzu kommt, dass sich das Bahnpersonal und die Fahrgäste vermehrt an den Dieselabgasen stören.» Darum habe die BRB geprüft, wie man den Dieselantrieb am besten ersetzen könnte.
Dampflokomotiven sollen bleiben
Die Untersuchung hat gezeigt: Ein batterieelektrischer Antrieb ist am besten geeignet. Mit dieser Variante könnten wesentliche Teile der heutigen Lokomotive beibehalten werden, sagt Flück. Gleichzeitig sei eine Lok mit Batterieantrieb emissionsfrei.
«Wir wollen nachhaltig unterwegs sein, das ist bei der BRB seit über zehn Jahren ein Thema», sagt der VR-Präsident. Bereits bei der Renovation und Erweiterung des Betriebsgebäudes in Brienz und beim Bergrestaurant auf dem Brienzer Rothorn wurde unter anderem mit Photovoltaik auf fossilfreie Energiegewinnung gesetzt.
Ausserdem ist die Topografie der BRB laut Peter Flück für den Batterieantrieb besonders geeignet, weil bei der Talfahrt ein grosser Teil der Energie zurückgewonnen und erneut genutzt werden könne. «So erhalten wir unsere historischen Fahrzeuge und reduzieren gleichzeitig die Betriebskosten über deren weitere Lebensdauer.»
Wenn historische Maschinen Gästen ein Erlebnis bieten, ist der CO₂-Ausstoss gerechtfertigt.
Trotz Umweltbemühungen: Im Gegensatz zu den Diesellokomotiven hält die BRB an den elf Dampflokomotiven fest. Kein Widerspruch? «Wir stehen zu diesem lebendigen Kulturgut», sagt BRB-Verwaltungsratspräsident Peter Flück. «Ich bin nach wie vor der Meinung, der CO₂-Ausstoss ist gerechtfertigt, wenn historische Maschinen Gästen ein Erlebnis bieten – so wie das unsere Dampflokomotiven tun.»
Vorerst ist die Umrüstung einer einzelnen Diesellok geplant. Dieser Prototyp kostet gemäss Flück 5.9 Millionen Franken – die BRB komme vollumfänglich dafür auf. 2028 wird diese Batterie-Lokomotive getestet. «Wenn sie sich bewährt, rüsten wir auch die anderen beiden um», sagt Flück und betont, mit der Umrüstung werde sich auch für die Gäste etwas verändern: Die Fahrt werde leiser und die Abgase weniger.
Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis, 29.10.2026, 17:30 Uhr ; swam;hubf;rama
Source: SRF · 29.10.2026, 19:28
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