Debatte
Wenn die Muskeln sauer werden: Julia Ebners "Von Fitness zu Faschismus" ist alarmierend
Brutalität und Frauenhass – in manchen Kampfsport-Gyms und in Social Media wird eine Kultur des Neo-Machismo vorgelebt. Die Wiener Politologin legt eine aufrüttelnde Studie dazu vor
Weniger der MMA-Kampfsport selbst, sondern dessen zunehmende rechtsextreme Politisierung sei das Problem, sagt Julia Ebner. Hier ein UFC-Event anlässlich 250 Jahre USA vor dem Weißen Haus in Washington.
Donald Trump hat ein Gespür für "Vibe Shifts". Wer einen solchen Kulturwandel gezielt befördert, kann ihn für sich nutzen. Obwohl selbst seit jeher der Körperertüchtigung eher abhold, interessierte Trump sich früher für Schwergewichtsboxen (Mike-Tyson-Ära) oder Show-Wrestling (Hulk-Hogan-Ära), seit Anbeginn seiner Maga-Bewegung begeistert er sich für härtere Sachen: Käfigkämpfe. Mixed Martial Arts sollen sich unter der Schirmherrschaft des US-Verbands UFC (Ultimate Fighting Championship) als neue Leit- oder eher Leidkultur durchsetzen. Unter Rechtsextremen, nicht nur in den USA, auch in Russland, Ostdeutschland oder Wien ist das längst der Fall. Trump adelte den Sport bei der 250-Jahre-Feier der USA zum Pseudo-Gladiatoren-Spektakel vor dem Weißen Haus. Das ist alles kalkuliert – und es schließt nahtlos daran an, was jungen Männern von Meinungsmachern im Internet als erstrebenswerte Form von Männlichkeit verklickert wird.
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Source: Der Standard
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