Online seit heute, 9.57 Uhr

Die Fördermöglichkeiten für einen Heizungstausch in Österreich sind laut Rechnungshof (RH) unübersichtlich und sozial nicht treffsicher.

Die Prüferinnen und Prüfer haben sich für ihren heute veröffentlichten Bericht diverse Förderschienen des Bundes, der Länder Wien und Steiermark sowie mehrerer steirischer Gemeinden in den Jahren 2020 bis 2024 angeschaut. Durch das Beziehen mehrerer solcher Hilfen sei in einigen Fällen sogar eine Förderquote von über 100 Prozent der Investitionskosten möglich gewesen.

RH: Fördersystem ineffizient und aufwendig

Wegen jeweils eigener „Ansprechstellen, Förderanträge, Förderverfahren samt notwendiger Kontrollschritte auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene“ sei das Fördersystem ineffizient und für die Bürgerinnen und Bürger aufwendig, kritisiert der Rechnungshof.

Fördernehmer konnten mehrere Förderungen unterschiedlicher Gebietskörperschaften gleichzeitig beziehen, wodurch ab 2024 sogar eine Förderquote von über 100 Prozent möglich war. Die Prüfer empfehlen einen One-Stop-Shop, um „Mehrgleisigkeiten sowie mögliche Überförderungen zu beseitigen“.

Neuregelung bei mehrgeschoßigem Wohnbau gefordert

Der Rechnungshof mahnte auch eine bessere Planbarkeit ein. So sei es bei verschiedenen Förderprogrammen nach einer Zeit der großzügigen Förderung zu Förderstopps aufgrund ausgeschöpfter Mittel gekommen. Zudem empfahl der Rechnungshof, „rasch rechtliche Lösungen zur Erleichterung thermisch-energetischer Sanierungsmaßnahmen inklusive Heizungstausch im mehrgeschoßigen Wohnbau zu erarbeiten“.

Positiv merken die Prüfer an, dass die Austauschrate fossiler Heizungen sich im geprüften Zeitraum stark erhöht habe. In den Jahren 2020 bis 2024 habe der Bund in Summe rund 1,7 Milliarden Euro für den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen in über 162.000 Fällen ausgegeben.

Source: ORF · ORF.at

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