60-Sekunden-Puls
Rätsel um geheimnisvollen "Herzschlag" im Stromnetz gelöst
Seit Jahren sinkt die Netzfrequenz zu Beginn jeder Minute kurz ab. Nun zeigt sich: Schuld sind offenbar Selbsttests von Notstrombatterien, die sich nach der Uhr richten
Hochspannung im Minutentakt: Selbst winzige Lastspitzen aus Notstrombatterien hinterlassen ihre Spuren bis in die großen Überlandleitungen.
Wer wissen will, wie es einem Stromnetz geht, muss nicht in die Kraftwerke schauen. Die Netzfrequenz gibt verlässlich Auskunft. In Europa schwingt der Wechselstrom 50-mal pro Sekunde hin und her, und dieser Wert hält nur, solange in jedem Augenblick genauso viel Leistung eingespeist wie abgenommen wird. Ziehen die Verbraucher mehr, als gerade erzeugt wird, bremst das die rotierenden Generatoren in den Kraftwerken ein wenig ab, und die Frequenz sinkt. Bei einem Überangebot steigt sie. Netzbetreiber gleichen solche Abweichungen rund um die Uhr aus, meist lange bevor sie irgendjemandem auffallen.
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Source: Der Standard
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