Nicht alle sparen

Ein nicht unwesentlicher Teil der jährlichen Stromrechnung entfällt auf die Netzentgelte. Die E-Control hat dazu am Donnerstag ihren Entwurf für das kommende Jahr vorgestellt. Im Durchschnitt sinken die Kosten für Haushaltskundinnen und -kunden zwar, aber nicht alle österreichischen Haushalte werden im kommenden Jahr sparen.

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Aus dem Entwurf, der nun vorgelegt wurde, geht hervor, dass die Ersparnis für 2027 im Schnitt bei 3,6 Prozent liegt. Haushalte mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden würden sich damit pro Jahr rund 15 Euro sparen.

Die Ersparnisse könnten aber auch höher ausfallen: Ab kommendem Jahr tritt ein neues System bei den Netzkosten in Kraft, bei dem nicht wie bisher nur die Menge des verbrauchten Stroms maßgeblich ist, sondern auch die bezogene Leistung mit einberechnet wird. Damit wird es teurer, große Stromverbraucher wie E-Autos mit voller Leistung zu laden und Wärmepumpen zu betreiben, abhängig von der Einstellung. Die Umstellung läuft bis Mitte 2028, die Entscheidung, wann auf das neue System umgestellt wird, liegt bei den Netzanbietern.

Kunden können Netzentgelt selbst beeinflussen

Mit dem neuen System ergäben sich im kommenden Jahr laut E-Control damit Ersparnisse für einen Durchschnittshaushalt von 5,7 Prozent, was sich auf der Jahresrechnung mit 24 Euro weniger niederschlagen würde. Die E-Control verweist aber auch darauf, dass Kundinnen und Kunden die Möglichkeit hätten, die Kosten noch weiter zu beeinflussen.

Konkret gehe es bei dem neuen System darum, Anreize zu schaffen, „Lasten in jene Zeiten zu schieben, in denen das Netz“ damit auch ohne zusätzlichen Ausbau zurechtkäme, so die E-Control in ihrer Aussendung. Das Laden des E-Autos könne etwa zeitlich verschoben werden, um das Netz nicht zu Spitzenzeiten zu belasten.

Große Regionale Unterschiede

Regionale Unterschiede führen aber dazu, dass nicht ganz Österreich im kommenden Jahr weniger für die Netztarife zahlen wird. Die E-Control legt als zuständige Regulierungsbehörde die Netzentgelte für jeden Verteilnetzbetreiber gesondert fest.

Recht einfach sieht die Situation in Niederösterreich aus: Dort sinken beim bisherigen Tarifsystem die Kosten im kommenden Jahr um zwölf Prozent. In Kärnten steigen die Preise hingegen um 9,6 Prozent. In Oberösterreich legen die Preise um zwei Prozent zu, in Linz um 2,8 Prozent. Während in Graz die Preise um 3,4 Prozent steigen, sinken sie in der restlichen Steiermark um 4,4 Prozent.

Anders als den Stromanbieter kann man den Netzbetreiber nicht wechseln, die E-Control verweist aber mit dem neuen System für Netzentgelte auf neue „Flexibilität“. Spätestens Mitte 2028 hat man also als Kunde zumindest selbst etwas Spielraum, die eigenen Netzkosten zu beeinflussen.

Regierung sieht „gute Nachricht“ für Netze

Gleichzeitig verwies die Regierung am Donnerstag darauf, dass man damit bei der Strominfrastruktur unnötige Kosten vermeiden könne. „Mit unserer Strommarktreform verfolgen wir ein klares Ziel: Neue Stromleitungen dort schneller bauen, wo wir sie brauchen, und bestehende besser nutzen, um unnötige Kosten zu vermeiden“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP).

SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll sah eine „gute Nachricht“: „Österreich muss seine bestehenden Netze besser nutzen, unnötigen Ausbau durch niedrigere Leistungsspitzen vermeiden und die Netzkosten fair verteilen.“

Kritik von FPÖ

FPÖ-Energiesprecher Paul Hammerl sieht durch die neuen Netzentgelte dagegen „keine nachhaltige Netzkostensenkung, sondern eine billige Werbenummer“. „Dass die Stromnetzkosten in Kärnten schon wieder überdurchschnittlich steigen, ist ein Brandbeschleuniger für die Auswirkungen der Teuerung“, kritisierte der freiheitliche Klubobmann im dortigen Landtag, Erwin Angerer, in einer Aussendung.

Source: ORF · ORF.at

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