Online seit heute, 21.58 Uhr

Nach einem heftigen Wortgefecht bei den Vereinten Nationen haben die USA heute einen kubanischen Diplomaten ausgewiesen. Der Mann sei Mitglied der Delegation bei den Vereinten Nationen gewesen, so eine kubanische Diplomatin, die die Ausweisung bestätigte.

Der Schritt markiert eine weitere Eskalation im ohnehin angespannten Verhältnis zwischen Washington und Havanna. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, hatte zuvor in einem Interview gesagt, Außenminister Marco Rubio habe die Ausweisung eines Mannes unterzeichnet, der einen US-Diplomaten „geschubst“ und versucht habe, ihn anzugreifen.

Sitzung anlässlich von Resolution gegen US-Embargo

In der Sitzung anlässlich einer alljährlichen Resolution gegen das seit Jahrzehnten geltende US-Embargo gegen Kuba hatten Vertreter des Inselstaates lautstark gegen die Rede von Waltz protestiert und ihn unterbrochen.

Auf Videos war zu sehen, wie der nun ausgewiesene Diplomat dem Anschein nach versucht, eine Person daran zu hindern, ihn zu filmen. Die kubanische Seite schilderte die Situation in einem Brief an UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, dass der Diplomat von einem US-Vertreter bedrängt worden sei.

Jährliche Abstimmung seit 1992

Die UNO-Generalversammlung stimmt seit 1992 jährlich über eine Resolution zur Beendigung des seit mehr als 60 Jahren bestehenden US-Embargos ab. Die USA hatten vor der diesjährigen Abstimmung vehement bei Staaten gegen die Resolution geworben.

Sie wurde auch in diesem Jahr von der Mehrheit der Staaten angenommen – allerdings mit so wenig Unterstützung wie seit 1995 nicht mehr. Die Resolution hat keine bindende, aber eine symbolische Wirkung.

Source: ORF · ORF.at

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