Elif Eralp, die gern Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden möchte, fürchtet sich so sehr vor einem stadtbekannten Hamas-Sympathisanten, dass sie seinen Namen nicht bestätigen möchte, wenn sie nach ihm gefragt wird. Eigentlich sollten wir das gar nicht wissen. Aber durch eine Panne ihres Büros ist jetzt bekannt, dass Frau Eralp die Sicherheit ihrer Familie in Gefahr sieht, wenn sie sich im SPIEGEL über Ibrahim Ibrahim äußert, einen propalästinensischen Propagandisten mit engen Verbindungen ins Umfeld der Terrororganisation Hamas.
Elif Eralp nach einer Sitzung der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus (27.10.)
Foto: Britta Pedersen / dpaIn einer internen Notiz bedauert Eralp, ein bereits geführtes Interview mit dem SPIEGEL zugesagt zu haben, weil darin konkret nach Ibrahim gefragt worden ist. Sie habe »Angst vor diesen Leuten«. Diese Notiz wurde nicht gelöscht, bevor das autorisierte Interview an unsere Redaktion zurückgeschickt wurde. Gewiss ein Versehen. Allerdings können wir dazu nicht schweigen: Die Sorge der wahrscheinlichen Regierungschefin um ihre Familie ist augenscheinlich so groß, dass davon ihre Entscheidungen beeinflusst werden.
Propalästinensischer Propagandist Ibrahim Ibrahim auf Demo in Berlin (7.10.)
Foto: Sven Kaeuler / dpaEs ist schockierend, welche Macht Terror-Sympathisanten offenbar über eine gewählte Spitzenpolitikerin haben. Menschlich ist Frau Eralps Angst nachvollziehbar. Politisch ist sie fatal: Wer die Verantwortung für die Hauptstadt übernehmen will, darf sich von niemandem einschüchtern lassen.
Das Bahnunglück in Spanien beschäftigt mich auch heute noch. Mindestens 68 Menschen sind gestorben, über 100 wurden verletzt, weil ein Hochgeschwindigkeitszug auf einen stehenden Zug geprallt ist. Der Unfall ist auch deshalb so erschreckend, weil es kaum eine friedlichere Art des Reisens gibt als mit der Bahn. Hier kann man in Ruhe lesen, arbeiten und plaudern, niemand drängelt mit der Lichthupe und keine Vorschrift verlangt, dass man seine Getränke vor dem Einsteigen wegschüttet. Und dann bricht plötzlich dieser Horror herein.
Verunglückte Züge bei Urda, Toledo (Spanien)
Foto: Guardia Civil / AP / dpaMir hat ein Satz in der Reportage meiner Kollegen José Bautista und Steffen Lüdke zu denken gegeben, es ist das Zitat eines Augenzeugen und Ersthelfers: »In einen Zug steige ich nie wieder«, sagt der Mann. Für seine Geschäftsreisen werde er jetzt wieder das Auto nehmen (die ganze Reportage hier ). Das ist emotional nachvollziehbar angesichts der schrecklichen Szenen, die er an der Bahnstrecke gesehen hat. Aber sicherer wird er deshalb nicht reisen.
Die ganze Geschichte hier: 17 verhängnisvolle Minuten
Volkswagen verkündet heute, wie die Geschäfte im dritten Quartal dieses Jahres gelaufen sind, genauer muss man wohl sagen: wie schlecht sie gelaufen sind. Im Sommer musste der größte Autobauer Europas den stärksten Absatzrückgang seit gut vier Jahren verzeichnen, 14,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptgrund dafür ist der weitere Rückgang der Verkäufe in China. In den ersten neun Monaten des Jahres ist das Geschäft dort um 30 Prozent geschrumpft.
VW-Werk in Zwickau
Foto: Jan Woitas / dpaDas Management will den Konzern dringend profitabler machen und zu diesem Zweck Tausende Stellen streichen und Fabriken schließen (mehr dazu hier). Auf der anderen Seite fordert die Gewerkschaft IG Metall mehr Geld für die Beschäftigten. Bis zum 31. Dezember gilt bei Volkswagen die Friedenspflicht. Danach droht ein harter Arbeitskampf.
Mehr Hintergründe hier: VW will weitere 12.000 Stellen abbauen
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Verlierer des Tages …
Autoreparatur (Symbolbild)
Foto: DPA… sind all jene, die ihr Auto zur Reparatur geben müssen – denn auch das wird immer teurer. Die Werkstattpreise sind in diesem Jahr um 7,5 Prozent gestiegen, mehr als dreimal so stark wie die allgemeinen Verbraucherpreise. Fahren Sie also besser schonend!
Die ganze Geschichte hier: Kfz-Werkstattkosten steigen dreimal so stark wie allgemeine Verbraucherpreise
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Heute bei SPIEGEL Extra:
Bei Sodbrennen oder Reflux greifen Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig zu Protonenpumpenhemmern. Dabei würden viele wohl gut ohne sie auskommen. Wie man sie richtig absetzt .
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion
Source: Der Spiegel · Stefan Kuzmany
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