Buchneuerscheinung

Daniel Kehlmann verulkt und kritisiert in "Afrika" Europas Kolonialismus

Der Roman spielt 1884 auf der Afrikakonferenz in Berlin und mischt in bewährter Manier Fakten mit Fiktionen. Ein Österreicher ist der Patscherte unter verlotterten Strategen

Beowulf Sheehan

Hat in seinen historischen Romanen die Geschichte und auch G'schichteln im Blick: Daniel Kehlmann (51).

Tu felix Austria! Mögen andere europäische Großmächte die Aufteilung Afrikas auf der Afrikakonferenz in Berlin in den Jahren 1884 und 1885 nach mal verwerflich menschenverachtenden, mal moralisch ebenso verlotterten machtpolitischen Überlegungen strategisch vorantreiben. Der österreichische Botschafter in der preußischen Hauptstadt hat Besseres zu tun, er muss nämlich ganz dringend ein neues Klavierstück von Franz Liszt einstudieren. Weshalb sein Adjutant Gustav Strinetzky zum Zug kommt, um zwischen Deutschland, England, Frankreich, Belgien, Portugal, Russland, den USA und einem Vertreter der Internationalen Kongogesellschaft am Tisch wichtiger Männer Platz zu nehmen und über das Schicksal Millionen ferner Menschen zu entscheiden.

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Source: Der Standard

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