Online seit heute, 15.52 Uhr
Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie plant die IG Metall bis Ende der Woche Warnstreiks in mehr als 2.000 Betrieben in ganz Deutschland. Die Arbeitskämpfe laufen seit Ende der Friedenspflicht gestern, heute rollte „die erste Warnstreikwelle“, wie die Gewerkschaft mitteilte.
In Baden-Württemberg etwa legten laut Gewerkschaft insgesamt fast 10.000 Beschäftigte zeitweise die Arbeit nieder, etwa bei Siemens und bei Daimler Buses. Sie nahmen an Warnstreiks, Kundgebungen und Frühschlussaktionen teil.
In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt waren laut Gewerkschaft mehr als 2.000 Beschäftigte im Ausstand, in Nordrhein-Westfalen bis zum frühen Nachmittag knapp 4.000. Eine bundesweite Gesamtzahl teilte die Gewerkschaft nicht mit.
Harte Kritik der Arbeitgeber
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall kritisierte die Aktionen als „nicht verantwortbar“. Die wirtschaftlichen Aussichten würden dadurch auch nicht besser. Er kritisierte, dass die IG Metall bei ihren Mitgliedern Erwartungen wecke, die sie nicht erfüllen könne.
Auch der Verband der Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erklärte, die Unternehmen der Branche stünden unter „enormem internationalen Wettbewerbsdruck“. Tarifabschlüsse müssten den wirtschaftlichen Realitäten Rechnung tragen. Er drohte, dass mehr und mehr Firmen über eine Beendigung der Tarifbindung nachdenken würden.
Gewerkschaft: Lage sehr unterschiedlich
Der Bundesvorstand der Gewerkschaft erklärte, die Arbeitgeber stellten die Lage der Branche düster dar – tatsächlich hätten die Wirtschaftsinstitute ihre Prognosen zuletzt deutlich nach oben korrigiert. Umfragen der IG Metall unter Betriebsräten zeigten einen Aufwärtstrend, 62 Prozent der Betriebe hätten wieder eine gute bis sehr gute Auslastung.
Allerdings sei die Lage sehr unterschiedlich, erklärte die IG Metall. „Während die Auto- und Zulieferindustrie schwächelt, boomen andere Branchen wie die Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik, die Elektrotechnik und die Wehrtechnik.“ Die IG Metall fordert unter anderem fünf Prozent sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen.
Source: ORF · ORF.at
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