Online seit heute, 17.37 Uhr

Ein manipuliertes KI-Werkzeug und ein fingiertes Vorstellungsgespräch haben Hackern nach ersten Erkenntnissen der Krypto-Handelsplattform Binance die Tür zum Milliarden-Raub geöffnet.

Der Cyberangriff, bei dem die Hacker in der vergangenen Woche 6,3 Milliarden Dollar (5,62 Mrd. Euro) in Kryptowährungen von den IT-Systemen von Binance abgezogen hatten, habe schon im Juni begonnen, erklärte das Unternehmen heute.

Attacke bereits im Juni begonnen

Ein Mitarbeiter aus dem Entwicklerteam für die digitale Gelbörse (Wallet) von Binance habe im Juni ein KI-Werkzeug heruntergeladen, erklärte die Kryptobörse. Binance habe das zwar erkannt und die Passwörter geändert, doch die Hacker hätten die Identität des Mitarbeiters und mehrerer seiner Kollegen dadurch aufgedeckt.

Im September habe ein zweiter Softwareentwickler auf der Suche nach einem neuen Job „schädliche Code-Datenbanken“ auf seinen Computer geladen, als er ein virtuelles Vorstellungsgespräch mit dem Vorstandschef eines fiktiven Unternehmens geführt habe.

FBI verdächtigt Nordkorea

Am 20. Oktober hätten die Hacker über seinen Computer und ein KI-Werkzeug die Kontrolle über das IT-System des Wallet-Entwicklers und eines seiner Kollegen übernommen, hieß es in dem Untersuchungsbericht.

Neun Tage später nutzten sie den Computer des letzteren und gestohlene Passwörter des ersteren, um ein schädliches Skript zu platzieren, das die Attacke ausführte. Die US-Bundespolizei FBI und private Analysefirmen haben staatlich gelenkte Hacker aus Nordkorea für den Angriff verantwortlich gemacht.

Source: ORF · ORF.at

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