Online seit heute, 6.59 Uhr

Die Opiumproduktion in Afghanistan hat nach UNO-Angaben in diesem Jahr stark zugenommen. In dem von den islamistischen Taliban regierten Land sei die Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um das Fünffache gestiegen, heißt es in einem Bericht des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien.

Eigentlich hatten die Taliban 2022 die Drogenproduktion verboten und weiträumig Schlafmohnfelder zerstört. Der UNODC-Bericht weist nun einen Anstieg des Anbaus um 330 Prozent aus sowie eine Ausweitung der Anbauflächen auf weitere Provinzen des Landes. Opium wird aus dem Milchsaft von Schlafmohn produziert.

Verweis auf fehlende Alternativen

„Der vierfache Anstieg des Schlafmohnanbaus zeigt, wie schwer es ist, den illegalen Opiumanbau langfristig zu reduzieren, wenn mittellose Bauern keine Möglichkeiten haben, ihre Familien zu ernähren“, sagte UNODC-Direktorin Monica Juma.

Afghanistan durchläuft eine schwere humanitäre Krise. Viele Menschen können sich Lebensmittel kaum noch leisten. Bei der Durchsetzung des Opiumanbauverbots durch die Taliban wurden Bauern in der Regel nicht entschädigt oder an Alternativen herangeführt.

Zwar liege die Opiumproduktion derzeit weiterhin weit hinter den Mengen von vor dem Verbot zurück, hieß es im UNODC-Bericht weiter. Die Gesamteinnahmen von Zwischenhändlern hätten mit geschätzt 525 Millionen US-Dollar im Berichtsjahr jedoch wieder etwa das durchschnittliche Niveau der Jahre 2018 bis 2021 erreicht.

Source: ORF · ORF.at

At a glance

Topic
World
Country
🇦🇹 AT
Publisher language
DE
Added to Allnira