Nach der Wahl in der Hauptstadt rät der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse der SPD dringend, ein Bündnis mit der Linken zu vermeiden. Er schlägt eine Alternative für die Regierungsbildung vor.
24.10.2026, 09.59 Uhr
SPD-Politiker Wolfang Thierse: Empfiehlt für Berlin Koalition mit Grünen und CDU
Foto:Annette Riedl / dpa
Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) rät seiner Partei in Berlin dringend von einem Bündnis mit der Linkspartei ab. Stattdessen empfiehlt er eine Koalition mit CDU und Grünen – mit einer unabhängigen Persönlichkeit als Regierendem Bürgermeister. »Die SPD sollte sich dem Gedanken öffnen, ob man eine Keniakoalition zustande kriegt, vielleicht ohne CDU-Bürgermeister, sondern mit einer anderen Persönlichkeit«, sagte Thierse der »Süddeutschen Zeitung« .
Sollte es mit Linke und Grünen zu einem Koalitionsvertrag kommen, sei ein Mitgliedervotum essenziell, fügte Thierse hinzu. »Es wäre doch absurd, wenn die Linkspartei einen Mitgliederentscheid macht, die Grünen auch und ausgerechnet die SPD nicht.«
Bei der Berlin-Wahl am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. Dahinter folgten CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und – mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis – die SPD (12,1 Prozent). Die bisher regierende CDU/SPD-Koalition hat ihre Mehrheit verloren. Nun wird nach erfolgreichen Sondierungsgesprächen versucht, eine rot-grün-rote Regierung zu bilden.
»Rote Front« und »Honecker 2.0«: In Berlin wird eine Koalition aus Linken, Grünen und SPD immer wahrscheinlicher. CSU-Chef Markus Söder und andere in der Union schäumen, auch in der Bundes-SPD wächst die Kritik. Die Bundesregierung hat ein Problem mehr. Lesen Sie hier weiter.
aeh/dpa
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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