Pünktlich um 3.00 Uhr sind die Uhren um eine Stunde zurückgestellt worden. Damit gilt in Deutschland und den meisten Ländern Europas wieder die sogenannte normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) – auch Winterzeit genannt. Die Umstellung auf die Sommerzeit wurde 1980 in Deutschland wieder eingeführt, um Energie zu sparen. Seitdem wird die Uhr jedes Jahr Ende März um eine Stunde vor- und Ende Oktober wieder zurückgestellt. Ziel ist eine bessere Ausnutzung der Tageshelligkeit.

Zuständig für die automatische Umstellung von Uhren in Deutschland ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Experten der Behörde sorgen dafür, dass über einen Langwellensender mit Namen DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt am Main Funkuhren, Bahnhofsuhren und viele Uhren der Industrie mit dem Signal versorgt werden.

Der Missmut in der Bevölkerung über die Zeitumstellung nimmt einer neuen Umfrage zufolge allmählich ab. Zwar fordern laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit noch immer 71 Prozent der Befragten, die Zeitumstellung abzuschaffen. Aber im Vergleich zum Vorjahr sind das fünf Prozentpunkte weniger, das ist der niedrigste Wert seit 2016, wie die Krankenkasse mitteilt. Am stärksten war die Ablehnung der Zeitumstellung demnach 2018 mit 80 Prozent.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist der Rückgang der Ablehnung von 66 Prozent auf 50 Prozent der Befragten am stärksten. In dieser Altersgruppe gibt es mit 39 Prozent auch die größte Zustimmung zum Wechsel von Sommer- und Winterzeit.

  • 29 Prozent der Befragten hatten schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung, entweder gesundheitlich oder psychisch. Frauen sind mit 36 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 22 Prozent.

Menschen, denen die Zeitumstellung besonders zu schaffen macht, klagten am häufigsten über Müdigkeit oder Schlappheit (80 Prozent). Weitere 63 Prozent berichteten von Problemen beim Einschlafen oder Konzentrationsproblemen, 37 Prozent fühlten sich nach eigenen Angaben gereizt. Rund 20 Prozent berichteten zudem von depressiven Verstimmungen, die sie mit der Zeitumstellung in Verbindung brachten. Für die Studie wurden Ende September bundesweit mehr als tausend Menschen befragt.

Diskussion über die Abschaffung

Eigentlich sollte die Zeitumstellung längst Geschichte sein. Denn im Jahr 2018 hatten sich in einer Onlinebefragung der Europäischen Kommission 84 Prozent der Teilnehmenden dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung in der EU abzuschaffen. Von 4,6 Millionen Antworten kamen damals etwa drei Millionen aus Deutschland.

Die EU schlug daraufhin vor, die Zeitumstellung zu beenden. Allerdings fehlt noch immer eine europaweite Lösung. So konnten sich die Staaten etwa nicht darauf einigen, welche Zeit gelten sollte: die Winterzeit, was der Normalzeit entsprechen würde, oder die Sommerzeit.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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