In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um 3.00 Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Von Sonntagfrüh an gilt in Deutschland und den meisten Ländern Europas die Winterzeit. Die Umstellung wurde 1980 in Deutschland wieder eingeführt, um Energie zu sparen. Ziel ist eine bessere Ausnutzung der Tageshelligkeit. Bis zum 28. März 2027 gilt wieder die Normalzeit, auch Winterzeit genannt.

Der Missmut in der Bevölkerung über die Zeitumstellung nimmt einer neuen Umfrage zufolge allmählich ab. Zwar fordern laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit noch immer 71 Prozent der Befragten, die Zeitumstellung abzuschaffen. Aber im Vergleich zum Vorjahr sind das fünf Prozentpunkte weniger, das ist der niedrigste Wert seit 2016, wie die Krankenkasse mitteilt. Am stärksten war die Ablehnung der Zeitumstellung demnach 2018 mit 80 Prozent.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist der Rückgang der Ablehnung von 66 Prozent auf 50 Prozent der Befragten am stärksten. In dieser Altersgruppe gibt es mit 39 Prozent auch die größte Zustimmung zum Wechsel von Sommer- und Winterzeit.

  • 29 Prozent der Befragten hatten schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung, entweder gesundheitlich oder psychisch. Frauen sind mit 36 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 22 Prozent.

Menschen, denen die Zeitumstellung besonders zu schaffen macht, klagten am häufigsten über Müdigkeit oder Schlappheit (80 Prozent). Weitere 63 Prozent berichteten von Problemen beim Einschlafen oder Konzentrationsproblemen, 37 Prozent fühlten sich nach eigenen Angaben gereizt. Rund 20 Prozent berichteten zudem von depressiven Verstimmungen, die sie mit der Zeitumstellung in Verbindung brachten. Für die Studie wurden Ende September bundesweit mehr als tausend Menschen befragt.

Diskussion über die Abschaffung

Eigentlich sollte die Zeitumstellung längst Geschichte sein. Denn im Jahr 2018 hatten sich in einer Onlinebefragung der Europäischen Kommission 84 Prozent der Teilnehmenden dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung in der EU abzuschaffen. Von 4,6 Millionen Antworten kamen damals etwa drei Millionen aus Deutschland.

Die EU schlug daraufhin vor, die Zeitumstellung zu beenden. Allerdings fehlt noch immer eine europaweite Lösung. So konnten sich die Staaten etwa nicht darauf einigen, welche Zeit gelten sollte: die Winterzeit, was der Normalzeit entsprechen würde, oder die Sommerzeit.

Laut einer aktuellen Studie wäre eine permanente Normalzeit gesünder, weil das morgendliche Licht die innere Uhr, den Schlaf und die Stimmung stabilisiere. Anhänger der Sommerzeit schätzen dagegen die langen Sommerabende.

Zuständig für automatische Umstellung von Uhren in Deutschland ist die Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Fachleute der Behörde sorgen dafür, dass über einen Langwellensender mit Namen DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt/Main Funkuhren, Bahnhofsuhren und viele Uhren der Industrie mit dem Signal versorgt werden.

Mit der Zeitumstellung im Herbst beginnt für viele Menschen die dunkle Jahreszeit, sie fühlen sich niedergeschlagen und antriebslos. Die Psychologin Kari Leibowitz verrät im Interview mit dem SPIEGEL, wie es gelingt, dem Winterblues zu trotzen.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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