Exklusiv
Bezugsdauer bleibt Weiterhin 14 Monate - Rolle rückwärts beim Elterngeld
Stand: 28.10.2026 • 14:04 Uhr
Das Elterngeld bleibt laut neuen Plänen des Familienministeriums bei bis zu 14 Monaten. Eine ursprünglich geplante Kürzung auf zwölf Monate zur Entlastung des Haushalts wird damit nicht umgesetzt.
Das Elterngeld soll nach Plänen von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) doch nicht auf zwölf Monate Bezugsdauer abgesenkt werden. Das geht aus einem Dokument des Familienministeriums hervor, das dem ARD-Hauptstadtstudio exklusiv vorliegt. Demnach soll das Elterngeld weiterhin für 14 Monate ausbezahlt werden.
Das plant das Familienministerium
- 4-6-4 Modell: Eltern sollen weiterhin zusammen bis zu 14 Monate Basiselterngeld bekommen. Neu ist die Aufteilung: Je vier Monate sind fest für Mutter und Vater reserviert, sechs weitere können sie frei untereinander aufteilen. Beide Eltern dürfen wieder unbegrenzt gleichzeitig Elterngeld beziehen. Alleinerziehende bekommen bis zu 14 Monate.
- Höhere Einkommensersatzrate: In den reservierten Monaten gibt es 80 Prozent des früheren Nettoeinkommens statt bisher 65 Prozent, in allen weiteren Monaten nur noch 50 Prozent.
- Mindest- und Höchstsätze: Weiterhin - wie ursprünglich geplant - hält das Ministerium an einem höheren Mindestbetrag fest, der von 300 auf 330 Euro steigen soll - ebenso einen höheren Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro.
Diese Anreize sollen dazu dienen, dass Väter mehr Zeit für die Betreuung ihrer Kinder übernehmen - ein ausgesprochenes Ziel der schwarz-roten Koalition.
Ministerium muss sparen
Das Bildungs- und Familienministerium muss wie alle Ministerin Einsparungen erzielen. Im Sommer hatte das Ministerium unter harten Sparvorgaben einen Entwurf einer Elterngeldreform ausgearbeitet.
Vorgesehen waren darin unter anderem die Kürzung der Bezugsdauer von 14 auf 12 Monate. Für jeden Elternteil wäre dabei drei Monate Elterngeld reserviert gewesen. Sechs weitere Monate hätten sich die Partner untereinander aufteilen können. Hätte sich in diesem Modell nur ein Elternteil dafür entschieden, in Elternzeit zu gehen, hätte es maximal neun Monate lang die Hilfe vom Staat gegeben.
Das Elterngeld wurde 2007 eingeführt, es sollte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Seither gibt es auf Antrag mindestens 300 Euro pro Monat, maximal aber 1.800 Euro. Bislang gilt: Das Elterngeld wird für 14 Monate nach der Geburt eines Kindes gezahlt, wenn sich beide Elternteile mit mindestens jeweils zwei Monaten an der Betreuung beteiligen. Im Koalitionsvertrag hatte sich die schwarz-rote Regierung vorgenommen, das Elterngeld weiterzuentwickeln und mehr Anreize für mehr Väterbeteiligung zu setzen.
Source: Tagesschau · Sarah Beham, Philip Kuntschner
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