Im spanischen Wahlkampf hat die Opposition ein KI-generiertes Video veröffentlicht, in dem Personen aus dem Umfeld des Ministerpräsidenten angeblich Fehlverhalten eingestehen. Die Angegriffenen wehren sich.

24.10.2026, 15.37 Uhr

Pedro Sánchez mit seiner Frau Begoña Gómez: Angebliches Eingeständnis Pedro Sánchez mit seiner Frau Begoña Gómez: Angebliches Eingeständnis

Pedro Sánchez mit seiner Frau Begoña Gómez: Angebliches Eingeständnis

Foto: Jesús Hellín / Europa Press / IMAGO

Ein von der konservativen Volkspartei Partido Popular (PP) verbreitetes, KI-generiertes Video hat in Spanien Empörung und eine Debatte über künstliche Intelligenz ausgelöst. Ende November finden in Spanien Parlamentswahlen statt.

Das in sozialen Medien verbreitete Video zeigt Deepfakes von mehreren Personen aus dem Umfeld des linken spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, unter anderem von seiner Frau Begoña Gómez. In dem künstlich erzeugten Video ist zuerst eine Person zu sehen, die Gómez nachempfunden ist und in die Kamera spricht. Sie sagt: »Wenn es links ist, dass ich einen Lehrstuhl habe, weil mein Mann der Präsident ist, ja, dann bin ich links.«

So entsteht der Eindruck, Gómez würde sich zu Fehlverhalten bekennen. Die angebliche Aussage spielt auf von rechten Kreisen angestoßene laufende Ermittlungen an, in denen Gómez in der Realität bislang jegliches Fehlverhalten bestritten hat.

Auf ähnliche Weise wird suggeriert, dass andere Mitglieder aus Sánchez’ Umfeld sich bekennen würden, etwa Schmiergelder angenommen oder Schläger angeheuert zu haben.

Kritik von den Sozialisten und aus der Wissenschaft

Die Sozialistische Partei von Sánchez kritisierte das Video scharf. »Damit wird den Menschen eine kolossale Lüge erzählt, und dass eine Partei dies über ihre offiziellen Kanäle tut, erscheint mir unerträglich«, sagte Óscar López, Spaniens Minister für digitale Transformation, am Freitag dem Sender TVE.

Am unteren Rand des Videos steht in kleiner und fast durchsichtiger Schrift ein Hinweis, dass es mit künstlicher Intelligenz erstellt worden sei. »Für jeden, der nicht mit KI vertraut ist, ist es sehr leicht, dieses Video mit der Realität zu verwechseln«, kritisierte López. »Und nennen Sie mich ruhig verrückt, aber das erscheint mir äußerst ernst.«

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Medienberichten zufolge hat eine Person, deren Deepfake in dem Video auftaucht, Klage gegen die PP eingereicht.

Auch aus der Wissenschaft kommt Kritik an dem Video. »Es ist wirklich bedauerlich, dass der offizielle Account einer Partei, die behauptet, regieren und die Demokratie wiederbeleben zu wollen, in ihrem Wahlkampf KI-generierte Deepfakes einsetzt«, schrieb etwa der Politikwissenschaftler José Javier Olivas Osuna auf X. Er forscht zu Populismus, Verschwörungstheorien und Voreingenommenheiten von KI.

Die PP hat die Kritik abgetan. »Wenn die böswillige Absicht bestanden hätte, die Menschen glauben zu lassen, dass die dort auftretenden Figuren real sind, dann hätten wir ein Problem«, erklärte Borja Sémper von der Partei gegenüber spanischen Reportern. Aber jede verstehe, dass das Video digitale Werkzeuge nutze, »um die Heuchelei aufzudecken, mit der die Sozialistische Partei agiert«.

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kko

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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