In den Tarifverhandlungen für rund 150.000 Beschäftigte bei privaten Banken ruft Ver.di zu ersten bundesweiten Warnstreiks auf. Damit erhöhe man den Druck vor der zweiten Runde am 2. November, nachdem die Arbeitgeber zum Auftakt Anfang Oktober kein Angebot vorgelegt hatten, teilte die Gewerkschaft in Berlin mit.
»Bei den Gewinnen wird geliefert, beim Gehalt bleiben die Banken ihren Beschäftigten ein Angebot schuldig«, sagte Verhandlungsführer Jan Duscheck. »Wer aber täglich zum Erfolg der Branche beiträgt, erwartet zu Recht eine faire Beteiligung.«
Die Arbeitgeber lehnten die Forderungen als überhöht ab. Man erwarte, dass der Warnstreik überschaubar bleibe und »keine spürbaren Auswirkungen im Bankenbetrieb« habe, sagte Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands AGV Banken, der Nachrichtenagentur dpa. Ob man ein Gehaltsangebot vorlege, hänge auch von der Verhandlungsbereitschaft von Ver.di ab. Der Katalog der Forderungen müsse deutlich »verschlankt werden«.
Zum Gesprächsauftakt im Oktober hatten die Arbeitgeber einige Forderungen pauschal abgelehnt. Man sei nicht bereit, über verschärfte Kündigungsschutzregeln zu verhandeln. Auch für Transformationsprozesse bräuchten die Unternehmen keine tarifliche Nachhilfe.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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