Russischer Bomber Tupolew Tu-95MS
Foto: Russian Defense Ministry Press Service / dpaRussland plant ukrainischen Geheimdiensterkenntnissen zufolge während der Kongresswahl in den USA einen massiven Angriff auf die Energieinfrastruktur und Logistik-Ziele im Nachbarland. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf der Plattform X, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt werde sich auf die US-Wahlen konzentrieren, »und was in der Ukraine passiert, inklusive unserer Schwierigkeiten bei der Flugabwehr und mit Patriot-Raketen, wird nicht wahrgenommen«.
Selenskyj forderte, die internationale Gemeinschaft müsse Russland klarmachen, dass Terror nicht akzeptiert werde. Solange der Krieg andauere, müsse Russlands Ölindustrie weiter angegriffen werden und Moskau dürfe mit internationalen Geschäften kein Geld verdienen. »Wir müssen einen solchen Druck auf Russland ausüben, dass es keine Alternative hat, als diesen Krieg zu beenden. Amerika kann das schaffen», sagte er mit Blick auf die USA. Dort hatte Präsident Donald Trumps Regierung zuletzt allerdings einige Sanktionen gelockert, unter anderem um Russland den Export von Diesel zu ermöglichen.
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Russland zielt bei seinen Luftangriffen auch immer wieder auf die Energieinfrastruktur der Ukraine. Strom- und Heizungsausfälle infolge der Angriffe sollen die Menschen in der Ukraine kriegsmüde machen, zumal der Winter vor der Tür steht, so Moskaus zynisches Kalkül.
Das ukrainische Militär kann viele Angriffe, vor allem jene mit ballistischen Raketen, nicht mehr abwehren, weil ihm die Munition für die fortschrittlichen Abwehrsysteme vom Typ Patriot ausgeht.
Selenskyj bittet die USA und andere westliche Partner immer wieder um zusätzliche Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung. Besonders pocht er auf die Lieferung weiterer Patriot-Abfangraketen. Diese sind inzwischen aber – auch infolge des Irankriegs – vielerorts ein knappes Gut. Die Produktion in den USA wurde bereits hochgefahren, hält aber nicht Schritt mit der Entwicklung in den verschiedenen Konflikten.
Entwarnung in Lettland
Nach einer Warnung vor einer Bedrohung im eigenen Luftraum haben die lettischen Streitkräfte in der Nacht zum Dienstag Entwarnung gegeben. Das Objekt sei vermutlich auf lettischem Boden in einem Gebiet nahe der russischen Grenze niedergegangen, teilte das Militär mit.
Zuvor hatte die Armee die Bevölkerung alarmiert. "Bringen Sie sich in Sicherheit! Es besteht eine Bedrohung im lettischen Luftraum", hieß es in einer Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst X. Die Bewohner zweier östlicher Regionen waren aufgefordert worden, in geschlossenen Räumen Schutz zu suchen. Kampfflugzeuge der Nato seien zur Luftraumüberwachung aufgestiegen.
Das Flugobjekt könnte auch aus der Ukraine stammen. Während das Land russische Ölhäfen an der Ostsee angreift, verfehlten einige ihrer Drohnen ihre Ziele und lösten Sicherheitswarnungen in den Nachbarländern aus. Der Regierung in Kyjiw zufolge werden ukrainische Drohnen teilweise durch russische Störsender vom Kurs abgebracht.
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Die Regierung in Moskau wirft der Ukraine vor, den Nato-Luftraum als Deckung für Angriffe zu nutzen. Die Nato-Staaten machen im Allgemeinen Russland für die Vorfälle verantwortlich.
Mehr zum Ukrainekonflikt: Erst Diesellieferungen, jetzt die Freilassung eines US-Bürgers aus russischer Haft – Kremlherrscher Putin hält sich US-Präsident Trump gewogen. Zu wirklichen Kompromissen im Krieg gegen die Ukraine ist er nicht bereit .
hda/dpa/Reuters
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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