Lokal begrenzt lassen derzeit die Streitkräfte Russlands und der Ukraine die Waffen ruhen, um eine Hilfsaktion für die Frontstadt Oleschky im russisch kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Cherson zu ermöglichen. Bislang scheint die Waffenruhe zu halten.

Nach den Worten der US-amerikanischen First Lady Melania ​Trump wurde die Vereinbarung sogar ausgeweitet. Sie gelte nun über die Stadt hinaus innerhalb der Region Cherson, teilt Melania Trump in den sozialen Medien mit. So könne ein sicherer Durchgang für die humanitären Konvois gewährleistet werden. Die Waffenruhe soll bis zum 1. November 22.59 Uhr Ortszeit dauern (21.59 Uhr MEZ).

In diesem Zeitraum werden Lebensmittel und Medikamente an die Not leidenden Bewohner geliefert. Geschaffen werden soll auch ein humanitärer Korridor, damit die Menschen die Region entweder in Richtung Russland oder Ukraine verlassen können. Auch der Generalstab in Kyjiw hatte dies zuvor bestätigt.

Die humanitäre Feuerpause geht auf eine Initiative des Weißen Hauses zurück, wie es in Washington heißt. Nach Darstellung der Regierung von US-Präsident Donald Trump vermittelte First Lady Melania Trump die lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kyjiw. Auch Papst Leo XIV. hatte in einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin um Hilfe für Oleschky gebeten.

Hoffnung auf Friedensprozess

»Das ist die größte Deeskalation seit 2022«, schrieb der Fraktionsvorsitzende der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, bei Telegram. »Jede solche Anstrengung zur Deeskalation bringt den lang erwarteten Frieden näher«, sagte er.

Auch der ukrainische Außenminister, Andrij Sybiha, sprach von einer vertrauensbildenden Maßnahme: »Wenn wir in Oleschky Ergebnisse sehen, kann dies den Weg für weitere ​Schritte im Friedensprozess ebnen.« Bis zum Abend gab es keine Berichte über Verstöße gegen die Waffenruhe.

Weil die an der Frontlinie gelegene Kleinstadt Oleschky vollständig vermint ist, setzten die ukrainischen Streitkräfte zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter dorthin zu schaffen. Viele der unbemannten Fluggeräte wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen. Nach der Vereinbarung sollen nun Minen geräumt werden. In Oleschky leben nach Schätzungen noch etwa 1500 Menschen bis 2000 Menschen, darunter Dutzende Kinder. Die Evakuierung soll erst in den kommenden Tagen beginnen.

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Laut Kreml könnte eine womöglich erfolgreiche humanitäre Operation in Oleschky auch als Vorbild für andere Frontabschnitte dienen. Moskau und Kyjiw hatten sich in den vergangenen Monaten immer wieder gegenseitig beschuldigt, durch Beschuss der Stadt eine humanitäre Katastrophe ausgelöst zu haben. Einschließlich umliegender Dörfer sollen bis zu 6000 Menschen Not leiden. An anderen Frontabschnitten gingen die Kämpfe weiter.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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