In der Ukraine dürfen Amtsträger zwar privat Russisch sprechen, aber nicht in offizieller Funktion. Wer das erste Mal dagegen verstößt, muss ein Bußgeld von umgerechnet bis zu 170 Euro zahlen. Das hat den Leiter des ukrainischen Präsidialamtes erwischt, wie die Bevollmächtigte für den Schutz der Staatssprache, Olena Iwanowska, auf Facebook mitteilte.
Iwanowska nennt den Namen Kyrylo Budanow zwar nicht. Sie beschreibt jedoch den Vorfall, bei dem der Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ins Russische wechselte.
Budanow sprach teils Ukrainisch, teils Russisch
Am Montag hatten mehrere Hundert Menschen vor einem provisorischen Militärgefängnis in einem Vorort der Hauptstadt Kyjiw protestiert. Sie verdächtigten die Nationalgarde, dort festgenommene Deserteure zu misshandeln. Die ukrainische Justiz ermittelt, ob Militärangehörige ihre Befugnisse überschritten haben. Sie geht aber auch dem Verdacht nach, dass der Krawall gezielt geschürt wurde.
Ex-Geheimdienstgeneral Budanow hatte versucht, die Lage zu beruhigen. Ein Video zeigt, wie er mit einem verletzten 14-jährigen Demonstranten spricht – teils auf Ukrainisch, teils auf Russisch. Der Schwester des Verletzten antwortet er am Telefon auf Russisch und gibt auch Anweisungen auf Russisch.
Dabei ist die Gesprächssituation typisch für Kyjiw, wo viele Menschen im Alltag zwischen beiden Sprachen wechseln. Auch im Militär ist Ukrainisch Befehlssprache, trotzdem sprechen viele Soldaten Russisch miteinander. Amtsträger müssen jedoch die Staatssprache Ukrainisch verwenden.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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