Im November soll es neue Gespräche über ein Ende von Russlands Krieg gegen die Ukraine geben: Moskau, Washington und Kyjiw wollen Verhandlungen zugestimmt haben. Aus dem Kreml kommen dennoch skeptische Töne.
21.10.2026, 18.40 Uhr
US-Sondergesandter Steve Witkoff und Russlands Machthaber Wladimir Putin bei ihrem Treffen in Sankt Petersburg
Foto: Kristina Solovyova / REUTERSDer US-Sondergesandte Steve Witkoff will in Oslo die westlichen Partner der Ukraine über seine Gespräche mit Russlands Machthaber Wladimir Putin informieren. Ein Ergebnis der Gespräche steht aber Berichten zufolge fest: Russland ist bereit zu einer Fortsetzung dreiseitiger Gespräche mit den USA und der Ukraine. Das bestätigen Moskau und Washington.
Präsident Putin habe im Gespräch mit dem US-Sondergesandten Witkoff in Sankt Petersburg Bereitschaft zu neuen Dreiergesprächen mit Washington und Kyjiw gezeigt, teilt der Kreml mit. Putin-Berater Jurij Uschakow sagte, die von Witkoff übermittelten Vorschläge der Europäer und der Ukraine würden »nicht viel Substanz enthalten«. Moskau sei aber »im Prinzip« bereit, Mitte November Verhandlungen mit der Ukraine und den USA wieder aufzunehmen.
Das Weiße Haus bestätigt, Kyjiw und Moskau hätten den Vorschlag für ein weiteres Treffen auf technischer Ebene in diesem Format akzeptiert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj signalisierte in einem Interview mit dem US-Sender Fox News außerdem seine Bereitschaft, die Fontlinie einzufrieren.
Putin-Berater Uschakow meinte, angesichts des seit viereinhalb Jahren dauernden Ukrainekriegs solle es bei den Gesprächen um »das Hauptthema« gehen: »Das Thema betrifft den Aufbau eines Sicherheitssystems für Russland und die Ukraine«, so Uschakow. Als möglichen Termin nannte er die Zeit nach dem 10. November, ein möglicher Ort könne Abu Dhabi sein.
In dem Dreierformat USA, Russland und Ukraine hatte es zuletzt im Februar in Genf Gespräche gegeben, davor zweimal in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Witkoff überbrachte Putin Friedensvorschläge
Nach seinen Treffen mit Ukrainern und Europäern am Dienstag in Oslo überbrachte Witkoff Putin am Vormittag neue Vorschläge zur Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Das Treffen im Konstantinpalast in Sankt Petersburg dauerte drei Stunden, wie der Kreml mitteilt. Mehr zu dem Treffen lesen Sie hier.
Witkoff habe berichtet, dass es »einige neue Ansätze bei den Europäern und bei Kyjiw« gebe, sagte Putin-Berater Uschakow. »Aber uns stellen diese Nuancen, um es so zu sagen, nicht völlig zufrieden.«
Details zu den veränderten Positionen nannte er indes nicht. Auf die Frage nach einem möglichen Ende des Krieges antwortete er: »Ich weiß nicht, wie weit wir dem näherkommen, aber es läuft darauf zu.«
-
2 Min
-
2 Min
-
2 Min
Zum Auftakt des Treffens hatte Putin die Freilassung eines US-Amerikaners bekannt gegeben, der 2024 zu langer Haft verurteilt worden war, weil er als Söldner an der Seite der ukrainischen Streitkräfte gegen russische Truppen gekämpft haben soll. Stephen Hubbard sei bereits auf dem Flughafen Pulkowo in Sankt Petersburg, sagte der Präsident. Witkoff dankte Putin für die Freilassung des über Siebzigjährigen. Hubbards Familie und die Amerikaner seien froh darüber.
ptz/dpa
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
At a glance
- Topic
- World
- Country
- 🇩🇪 DE
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira