Seit Dienstag gilt eine Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky – und die Vereinbarung hält nach Aussagen beider Seiten. Jetzt wird eine Evakuierung aus der südukrainischen Frontstadt vorbereitet: Die Arbeiten an einem sicheren Hilfskorridor liefen erfolgreich, Minen seien entschärft worden, wie der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa zeitgleich mitteilen .

An diesem Samstag sollen Menschen die Stadt über einen humanitären Hilfskorridor verlassen können.

Laut Lubinez werden parallel humanitäre Hilfslieferung zusammengestellt, die am Freitag nach Oleschky gebracht werden sollen. Demnach stimmen sich die Vertreter beider Kriegsparteien eng ab. »Die Waffenruhe hält schon 54 Stunden. Beide Seiten erfüllen ihre Verpflichtungen«, sagte Lantratowa. Es gebe keine Verstöße.

Melania Trump und Papst Leo setzten sich ein

Lubinez und Lantratowa dankten erneut US-First-Lady Melania Trump, die die Waffenruhe vermittelt hatte. Auch Papst Leo XIV. hatte sich bei Telefonaten mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für die humanitäre Feuerpause eingesetzt. In der Stadt hatte sich eine Hungerkatastrophe angebahnt, lange hatten sich Moskau und Kyjiw nicht auf eine Evakuierung einigen können (mehr dazu lesen Sie hier ).

In Oleschky leben nach Schätzungen noch etwa 1500 bis 2000 Menschen, darunter Dutzende Kinder. Vor dem Krieg waren es 24.000 Bewohner. Wer in der seit Monaten abgeriegelten und völlig unterversorgten Stadt bleiben will, soll Lebensmittellieferungen und Medikamente erhalten.

Eine solche große gemeinsame Hilfsaktion für die Zivilbevölkerung mit einer mehrtägigen Waffenruhe hat es so bisher nicht gegeben. Die Waffenruhe ist bis Sonntagabend angesetzt. Die Kriegsparteien hatten immer wieder Gefangenenaustausche umgesetzt und auch die Leichen von gefallenen Soldaten übergeführt.

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An anderer Stelle in der Ukraine gehen die russischen Angriffe jedoch weiter. Der Gouverneur des Gebiets Dnipro, Oleksandr Hanzha, schrieb am Morgen bei Telegram , dass 13 Menschen bei einer russischen Drohnenattacke ums Leben gekommen seien. Mindestens fünf weitere Menschen seien verletzt worden. Offenbar wurde ein Passagierzug getroffen.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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