Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet, dass bei einer Teilnahme von Kremlchef Wladimir Putin am G20-Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer Mitte Dezember in Miami auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit am Tisch sitzt. »Wenn über die Ukraine gesprochen wird, dann muss der Präsident der Ukraine mit am Tisch sitzen«, forderte Merz bei einem Treffen mit Selenskyj in Berlin. Es sei »völlig inakzeptabel, dass Drittstaaten über das Schicksal der Ukraine sprechen, ohne die Ukraine daran zu beteiligen«.
US-Präsident Donald Trump hat Putin zum G20-Gipfel am 14. und 15. Dezember nach Miami eingeladen. Ob der russische Präsident kommt, ist allerdings noch unklar. Unter anderem werden auch Merz und Chinas Staatschef Xi Jinping in Florida erwartet. Russland ist zwar offiziell noch G20-Mitglied, Putin nahm aber zuletzt 2019 physisch an einem Gipfel teil. Der Gruppe gehören 19 Staaten sowie die EU und die Afrikanische Union an.
Unterstützung in europäischem Interesse
Merz hat die europäischen Partner zur weiteren Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine aufgerufen. Deutschland setze seine Unterstützung unverändert fort, sagte er. Man habe sich in der Nato auf eine militärische Ukraineunterstützung von 70 Milliarden Euro für das Jahr 2026 verständigt, sagte Merz. »Wir müssen auch dafür sorgen, dass alle Partner dieser Verpflichtung nachkommen.«
Deutschland leiste Hilfe, weil es vom Ukrainekrieg direkt betroffen sei. »Der Ausgang dieses Krieges wird die europäische Sicherheit für lange Zeit prägen.«Die Unterstützung sei in deutschem und europäischen Interesse. »Klar ist aber auch: Alle Europäer tragen Verantwortung, nicht nur die Deutschen.« Das Land könne sich besonders in Anbetracht der wichtigen Treffen auf Deutschland verlassen. Dem Kanzler zufolge soll es am 19. November in Berlin ein Treffen der in der Koalition der Willigen vereinten Ukraineunterstützer geben.
Eine Woche vor Beginn der Dreiergespräche zwischen Kyjiw, Moskau und Washington ist der ukrainische Präsident nach Berlin gereist. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hatte mitgeteilt, Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA würden sich am 10. und 11. November im Golfemirat Abu Dhabi treffen. Damit werde die »Mission« von US-Präsident Donald Trump zur Beendigung des Krieges vorangetrieben, schrieb Witkoff auf X. Im Zentrum der Gespräche stehen demnach »Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Maßnahmen sowie weitere Schritte auf dem Weg zum Frieden«.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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