Seit Dienstag gilt eine Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky – und die Vereinbarung hält nach Aussagen beider Seiten. Nun hat eine von den USA vermittelte Hilfsaktion begonnen. »Wir sind in Oleschky angekommen und übergeben den Einwohnern einige Dutzend Tonnen an humanitärer Hilfe – Lebensmittel, Hygienemittel, Treibstoff für Notstromer und andere notwendige Dinge«, teilte Russlands Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa gemäß der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit.

An diesem Wochenende sollen Menschen die Stadt über einen humanitären Hilfskorridor verlassen können. Dafür wurden Busse bereitgestellt. Die Gruppe wurde geteilt in diejenigen, die nach Russland oder von russischen Truppen besetzte Gebiete gelangen möchten und diejenigen, die in den regierungskontrollierten Teil der Ukraine wollen. »Allen wird eine solche Möglichkeit gewährt«, versprach Lantratowa in einem Video. Nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten waren 25 Busse mit mehr als 750 Sitzplätzen im Einsatz.

Der ukrainische Regierungschef Serhij Korezkyj verkündete bei einer Parlamentsanhörung in Kyjiw anfänglich eine konkrete Zahl der Menschen, die in das von der ukrainischen Regierung kontrollierte Gebiet evakuiert werden möchten. Er nahm die Aussage aufgrund des »heiklen Themas« jedoch wenig später wieder zurück.

Erstmals seit Kriegsbeginn stabile örtliche Waffenruhe

Von Dienstag bis einschließlich Sonntag gilt eine örtlich begrenzte Waffenruhe für Oleschky und Umgebung, von der auch die am gegenüberliegenden Ufer des Flusses Dnipro liegende Gebietshauptstadt Cherson profitiert. So sollen ansonsten durch Drohnenangriffe und Minen verhinderte Transporte in und aus Oleschky ermöglicht werden. Die Feuerpause hielt am Freitag bereits mehr als 80 Stunden.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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