Der Verlag des kanadisch-haitianischen Autors Thélyson Orélien hat die KI-Vorwürfe gegen den Schriftsteller bestätigt: »Neue Informationen, die in den vergangenen Tagen bestätigt wurden, zeigen, dass künstliche Intelligenz im Schreibprozess eingesetzt wurde«, teilte der kanadische Verlag Les Éditions du Boréal mit. Orélien hatte die Vorwürfe, die seinen Bestseller »C'était ça ou mourir« betreffen, stets zurückgewiesen.

Es sei unklar, in welchem Umfang KI im Schreibprozess genutzt worden sei, heißt es in der Mitteilung des Verlags . Dieser kündigte an, die Zusammenarbeit mit dem Autor zu beenden.

Man habe alle Arbeitsfassungen des Romans zusammengetragen und eine externe Partei beauftragt, die verschiedenen Versionen zu analysieren. Dabei seien Spuren von KI entdeckt worden. Davor sei versucht worden, mit Orélien zusammenzuarbeiten, um Beweise für seine Unschuld zu sammeln. Dieser Versuch sei ergebnislos geblieben. Orélien »gab in der Folge bekannt, dass er keine weiteren Informationen liefern werde«.

Der Roman war wegen der Vorwürfe von der Auswahlliste für den renommierten französischen Literaturpreis Prix Goncourt gestrichen worden. Beobachter seien bei Analysen zu dem Schluss gekommen, dass der Roman »allem Anschein nach sehr weitgehend das Produkt einer KI« sei, teilte die Académie Goncourt dazu mit.

Techunternehmer gründen Preis für KI-Schriften

Derweil riefen drei französische Techunternehmer – womöglich inspiriert von der Causa Orélien – den ersten französischen Literaturpreis für Bücher, die mit KI geschrieben wurden, ins Leben. »Der Preis steht allen offen, die auf Französisch schreiben, überall in der frankophonen Welt, ohne Vorgaben zu Nationalität oder Wohnsitz und ohne Verlag«, teilten die drei Unternehmer Philippe Rodriguez, Albin Serviant und Gilles Mentré mit.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

At a glance

Topic
World
Country
🇩🇪 DE
Publisher language
DE
Added to Allnira