Ein Mord in einem Nürnberger Stundenhotel führte zu einem alten Missbrauchsfall in der oberfränkischen Provinz. Das Opfer, ein queerer Sexarbeiter, war in seiner Jugend auf einer Party von einem Erwachsenen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden.

Dramatischer Höhepunkt: Einer der Freunde des Opfers erschießt den Peiniger von einst – und die dazu gestürmte neue Kommissarin erschießt den Opferfreund.

Ein bisschen angepappt wirkte die Szene, in der erklärt wurde, dass der getötete Fiesling nicht nur diese eine Vergewaltigung begangen hatte, sondern im Darknet auch noch einen Handelsplatz für kinderpornografische Darstellungen betrieb. Das wirkte, als wollten die Verantwortlichen ein wenig das Blutbad am Ende legitimieren.

In unserer Kritik schrieben wir: »Harter Fall, zarter Neuanfang. Knapp zehn Jahre lang ermittelte Voss an der Seite der von Dagmar Manzel verkörperten Kommissarin Ringelhahn, mit der ihn eine Art platonische Liebe verband. Die Annäherungsszenen an die neue Kollegin gehören zu den schönsten Momenten im Krimi, weil Vieles angedeutet bleibt und sich doch langsam eine Vertrautheit einspielt. Regisseur Dustin Loose hat zuvor unter anderem die bewegende, makellose Folge um eine trans Zeugin gedreht. Auch im neuen Franken-›Tatort‹ gibt es intensive leise Momente. Die Provinz- und Partyszenen wirken indes überwiegend überreizt und ausgewalzt.«

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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