Sylvie Meis fühlte sich in ihrer ersten Hauptrolle in einer TV-Serie mit ihrem Schamgefühl konfrontiert. »Friesenjunkies« ist eine irre Comedy über eine Sylter Entzugsklinik, in der nicht alles immer streng nach Drehbuch lief. Meis musste sich dafür zu einer Selbstbefriedigungsszene überwinden. »Dass es eine heftige Rolle ist, wusste ich – aber ich hatte keine Ahnung, wie heftig«, sagte die 48-jährige Moderatorin der »Neuen Osnabrücker Zeitung«.

»So was schafft Anerkennung«

»Wir haben viel improvisiert, aber es gab ein Drehbuch, und die Masturbationsszene stand drin. So was habe ich wirklich noch nie gespielt«, sagte Meis. »Es war absolut neu für mich. Aber es passte zur Rolle – und ich fand es auch spannend«, so die Moderatorin. »Die Hauptsache für mich war: Es ist keine Nacktszene. Ich ziehe mich vor der Kamera nicht aus. Und das war auch nicht nötig.«

Darauf angesprochen, dass die Rolle ein Bruch mit ihrem disziplinierten Image sei, sagte Meis: »Ich musste mich schon überwinden. So was schafft Anerkennung in der Branche, aber man muss sich auch erst mal trauen, das zu spielen.« Der eine oder andere werde sich vielleicht wundern. »Moderatorin zu sein, ist eben anders, als Schauspielerin zu sein.«

Kompliment vom Kollegen

Die Moderationserfahrung habe ihr auch geholfen, gerade weil viel improvisiert worden sei. »In der Serie spiele ich viel mit Martin Brambach. Der hat mir dazu ein schönes Kompliment gemacht«, erzählte Meis. »Er meinte: Was immer er in seiner Rolle als hochemotionaler Alkoholiker auch angestellt hat, ich hätte jedes Mal perfekt reagiert. Logisch, vor laufender Kamera auf absoluten Wahnsinn reagieren – das kann ich.«

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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