Laut dem südkoreanischen Generalstab wurden die Raketen von der nordkoreanischen Ostküste nahe Wonsan abgefeuert und flogen rund 250 Kilometer. Zuletzt hatte Nordkorea am 12. Oktober ballistische Raketen abgefeuert. Nordkorea ist es durch Uno-Beschlüsse untersagt, ballistische Raketen jeglicher Reichweite zu starten. Abhängig von der Bauart könnten solche Geschosse auch mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden.

Der Politikwissenschaftler Lim Eul Chul sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Raketenstarts seien eine bedeutsame »Machtdemonstration« Nordkoreas. Pjöngjang zeige damit unter anderem, »dass es über die Fähigkeit verfügt, wichtige südkoreanische und US-Militäranlagen vollständig zu zerstören«, sagte der Professor der Kyungnam-Universität.

Südkorea will wieder Gespräche

Erst vor einer Woche hatte Südkorea erneut vorgeschlagen, Gespräche mit dem Nachbarland aufzunehmen. Dabei sollte es unter anderem um den »genauen Verlauf« der gemeinsamen Grenze gehen. Bei einer Explosion im Grenzgebiet waren kürzlich drei südkoreanische Soldaten verletzt worden. Südkorea geht davon aus, dass nordkoreanische Landminen dafür verantwortlich waren, und wirft dem Norden einen Bruch des Waffenstillstands vor. Nordkorea weist die Anschuldigungen zurück.

Pjöngjan soll jedoch seit Jahren den Ausbau seiner Grenzbefestigung massiv vorantreiben. Nach Schätzungen des südkoreanischen Militärs hat Pjöngjang seit 2024 entlang der Grenze rund 960.000 Landminen verlegt. Demnach sollen insgesamt rund zwei Millionen Landminen in der sogenannten Demilitarisierten Zone (DMZ) liegen, darunter auch Minen des südkoreanischen Militärs. Südkorea und Nordkorea befinden sich offiziell im Kriegszustand. Der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem offiziellen Friedensvertrag. Seither trennt beide Staaten ein etwa vier Kilometer breiter Grenzstreifen, die DMZ, in deren Mitte eine Militärische Demarkationslinie verläuft.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will im Rahmen seiner Asienreise am Freitag – wie Hunderttausende Touristen jährlich – die DMZ besuchen. Am Donnerstagmorgen deutscher Zeit traf er auf einem Luftwaffenstützpunkt bei Seoul ein.

Südkoreas Präsident Lee Jae-myung sprach sich nach einem Treffen mit Merz für eine Rüstungskooperation beider Länder aus. Auch Merz betonte die Kooperationsbereitschaft und sagte, dass die Sicherheit in Nordostasien mit der in Europa verbunden ‌sei. »Koreas Sicherheit berührt Europas Sicherheit ​und Europas Sicherheit ‌berührt auch die Sicherheit von Korea«, sagte er. So kämpften nordkoreanische Soldaten an der Seite Russlands im Donbass gegen die Ukraine, im ‌Gegenzug liefere Moskau Waffen an Nordkorea.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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